Buch 
Das Meer / von M. J. Schleiden
Entstehung
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Das Wasser des Meeres.

Das vornehmste Element aber ist das

Wasser/

Pindar .

^)as Wasser des Meeres! Das Wasser? Welch' ein vieldeutigesWort, welch' ein unbestimmter Begriss! Was ist denn das Wasser inunserer Sprache? Etwa das Flüssige? Wir sprechen von Regenwasser,Quellwasser, Meerwasser, aber auch von gebranntem Wasser, KölnischemWasser. Oder ist's das Klare, Durchsichtige? Wir sagen Diamantvom reinsten Wasser. Oder ist es das Fade, Geschmacklose? Wohersonst das Wort: Wasserdichter? Oder ist's etwa das Element des Le-bens, wie der angeführte Spruch des Pmdar andeutet? Man sah esseit den ältesten Aeiten als das Symbol der Reinheit und der reini-genden .Kraft all, daher fast in allen, besonders morgenländischen Reli-gionssystemen die tiefe Bedeutung von Bad und Taufe. Und dochsagen wir dagegen:Wasser allein thut's freilich nicht." Es ist daszweite Element des Aristoteles zunächst der Erde und auf ihr ruhendund seine Stelle habend, die es immer wieder einzunehmen strebt, wennes davon verdrängt ward, daher das aus der Lust herabfallende (alsRegen), voll der Höhe herabstürzende (als Wasserfall), das anf geneigterEbene abwärts gleitende (als Bach, Fluß, Strom), und doch findenwir im Golfstrom Wasser, welches bergauf läuft, doch würde sichalles Wasser in die Luft verlieren, wenn nicht physikalische Einflüssees zwängen, in der Tiefe zu verharren, veränderte physikalische Ver-