Band 
Neunter Theil. Von den Kräutern.
Seite
263
JPEG-Download
 

ro66ste Gatt. Nheinfarrn. I'rnzeewm. 26z

in flachen Sträußen beysammen. Nur in sehr war- Rhe'<i«mrn Sommern {eigen sich Strahlenblümchen. Die farrn.ganze Pflanze hat «inen heftigen, gewürzhaften Ge,

‘ ruch und einen sehr bittem Geschmack. Nach Herrnvon Hallers und anderer Meynung hat fie eine wahrevegetabilische Saure in sich; andere hingegen, unterwelchen auch Herr Houttuin, versichern das Gegen,theil, weil man gefunden, daß der ausgepreßte Saftvon Laugensalzen wenig Veränderungen gelitten, hin«gegen desto mehr von Sauern. Im allgemeinen istdas ganze Gewächs ein vorzügliches magenstarkendcs,auflösendes, schweiß, und harntreibendes Mittel.Weswegen es in langwierigen Gichten und Glieder,reißen!, so wie bey der Wassersucht, von einigen sehrerhoben worden; dcßglcichen rühmen auch einige ihrevorzügliche Würksamkeit in Mutterbeschwcrungen undverstopfter monathlicher Reinigung gar sehr. DieBlumen, so wie die Saamen, dienen auch wegen ihrerBitterkeit wider die Würmer, daher verfertigen dirMarkrfchreycr gemeiniglich ihre Wurmpulver daraus.

So wenig aber solche vor dem eigentlichen Wurm.saamen den Vorzug verdienen, so verdient doch R».sensteins Verfahren, welcher verschiedene Präpa.

rate des gemeinen Rhcinfarrn, seinen wurmtrcibcndenMitteln beygcmischct, alle Aufmerksamkeit. Das ausden Blattern und Blumen destillirrc Wasser und Del,wird sowohl äusserlich als innerlich gebraucht, beyvollblütigen Leuten aber erfordert der Gebrauch Vor«ficht. Ueberhaupt wird es selten von neuern Aerztenverordnet. Die Blumen werden von einigen noch mitunter verschiedene ähnliche gemischt, und zu Blähung,treibenden und krampfstillendcn Klystircn abgekocht.

Der Ritter behauptet, daß, wenn man die Leichen mitdiesem Kraute reibt, die Faulniß davon abgehaltenwerde. Andere daß es zu Vertreibung der Flöhe undWanzen dienlich, und nach Aoecone soll das zer»quetschte Kraut, zwischen den Kopf und Huth gelegt,

R 4 die