82 Vierte Classe. l yter Abschn. 6 te Abtheil.
Weil« Veilchen gestellt hatte. Aber nicht sie allein/ sondern
chen. auch andere stark riechende Dinge/ nehmen/ wenn sie ineinem engen Raume eingeschlossen werden/ durch ihreAusdünstungenden Kopf ein/ und todten zulezt; abersie haben auch fcstsitzcndere , schmerzstillende Theile/ dieman durch den Syrup aus ihnen herauszuziehen pflegt/der fast einzigen Zubereitung , wozu man sie izt nochverwendet. Es ist ein höchst seltenes Beyspiel einer be-sondern Idiosyncrasie , daß man von einer Matrone er-zählt / die an allen Wohlgerüchcn ein Vergnügen fand/nur den Veilchengeruch konnte sie nicht vertragen. Siebesizcn ein schleimichtcs Wesen / und sind bitter; ohn»streitig hangt davon ihre purgirende Eigenschaft ab/dieviele Schriftsteller bemerkt haben. Dem Wasser thei-len sie eine Purpurfarbe mit / wodurch man chemischeund andere artige Versuche durch Zusammengiesunggewisser anderer flüßigen Dinge machen kann. DasKraut soll erweichende Kräfte besizcn; daher sie zu Kly-siiren / bey Umschlagen und andern äußerlichen Scha-den dienlich ist; man kann sie auch im Ansang des Früh.jahrs als Gemüß essen. Der Saame hat harntrei-bende Kräfte / aber dem Anscheine nach keine den Steinzermalmende Eigenschaften/ ob man schon verschiedeneFalle anführt / in welchen sich selbiger als ein denStein zermalmendes Mittel erprobt hat. Die Wur-zel ist der Jpecacuanhe sehr ähnlich , und erregt so wiediese Erbrechen. Bergius machte erst neuerlich ei-nen Versuch mit dem wasserichten Aufgusse/ der ausder frischen oder verwelkenden Pflanze bereitet , schlci«wicht wurde / einen Orangegcruch hatte / und nachdemer ein oder zweymahl Erbrechen erreget , auch durchden Stuhl ausführte. Der Aufguß/ den man aus dertrockenen Pflanze bereitete / verursachte kein Brechenund nur einige Stühle. Ueber die Bereitung des Veil«chenwrups kann man sehr viel wichtiges in des HerrnD. Nose Versuch einiger Beytrage zur Chcinie nach.lesen; so wie die daselbst angeführten Schriftsteller/je.
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