Buch 
5 (1831) Geschichte der Erd-Oberfläche / von Johann Gottfried Sommer
Entstehung
Seite
205
JPEG-Download
 

2«5

knochen, oder machte das Vorkommen derselben, die Fund-orte rc. verdächtig.

Es giebt aber wirklich fossile Menschenknochen, undgesetzt auch, es wäre bisher noch kein einziger aufgefun-den worden: so würden uns schon Naturphilosophie, Ge-schichte und Offenbarung lehren, daß man dergleichenUeberreste, wofern man nur ämsig und aufmerksam sucht,finden müsse. Daß man in den ältern Gebirgs-arten keine Menschenknochen antreffen könne, leuchtet ausdem Umstände ein, daß bei dem stufenweisen Vorwärts-schreiten der schaffenden Natur, von dem Unvollkommncrnzu -dem Vollkommnern, der Mensch nur erst in den aller-letzten Zeiträumen der Erdbildung aus dem Schauplatzedes organischen Lebens erscheinen konnte. Dieß lehrt unsnicht nur eine vernünftige Naturphilosophie, sondern auchdie Heilige Schrift sagt ausdrücklich, daß der Mensch dasLetzte gewesen sei, was die Gottheit hervorgebracht habe.Ferner lehren die Ueberlieferungen aller Völker und aufsbestimmteste die Bibel, daß die letzte große Fluth,welche wahrscheinlich dem jetzigen trocknen Lande seineGestalt gab, und von welcher sich so viele, »»verwerflicheZeugnisse auf der ganzen trocknen Erd-Oberfläche vor-finden, bereits ein Menschengeschlecht antraf, welchessie, mit Ausnahme einiger weniger Personen, zerstörte.Ueberreste dieses Menschengeschlechts können also nur inden allerjüngsten Gebirgsarten, dergleichen wohl auch nochin unsern Zeiten entstehen, wie z. B. der oben beschrie-bene Sandstein an den sicilischen Küsten, der Kalktuff,Raseneisenstein, Torf, rc. aufgefunden werden.