Band 
Zweyter Band.
Seite
1082
JPEG-Download
 

Taran-

tel.

Taran-

tula.

1082 Fünfte Cl. VII. Ord. Ungeflügelte.

den Schienbeinen wahrnimmt/ so wird sie von demRirrer Ocellata, von uns aber nach ihrem Va-terlande der Lhineftr genennet. Der Körper istblaßfarbig und so groß wie eine Earamul, derHinterleib blaß gcwölkt, und mit einem schwarzenRinge umgeben. Das Bruststück aber hat in derMitte einen schwarzen gedoppelten Flecken. Manfindet diese Art zuweilen auf dem chinesischen Por-zellan abgemahlet.

35. Die Tarantel. Aranea tarantula.'

Diese in der alten Geschichte bekannte Spinnehalt sich in Italien, besonders aber in Apulien/sodann in der Barbarey und im ilXlenr auf, istunten schwarz / und die Füße find unkcnher schwarzbandiret. Der Körper ist aschgrau/ wir aber besitzenauch braunrothe. Das Bruststück hat sternförmigeFurchen. Die Kiefer/ Brust und Sch nkel siud, nebstdem Unterlcibe, vorneher schwarz, und es giebt derenverschiedene Arten/ welche in der Größe des Hintcrkör-perö einer Eichel gleichkommen/ auch giebt es kleinere.Einige derselben verursachen durch ihren Biß Entzün-dungen/ welches sich bey einigen Personen durch eineArt von Wahnwitz zeiget/ welchen zu heilen man dieZuflucht zur Musik genommen hat. Zwar wollenes viele heutiges Tages nicht mehr glauben/ worun«auch der Herr Hourruin selber Ist/ der sich auf denschwedisiHen D. Zahler beruft/ welcher dieseKrankheit in Apulien im Jahr 17*6. untersucht/und sie als Würkungen der Mutterbeschwerungen/die Musik aber als Betrug und Aberglauben ange-geben hat. Auch ist uns nicht unbekannt was unse-rer Beschreibung von den Taranteln in den Anor-risicben Deliciis Naturae Selectae von einemdiktatorischen Recensenten entgegengesetzet worden.Mit allem dem aber behalten wir jetzt noch unsere

vorige