Beinahe eben so gewiß ist es/ daß auch die nörd-lichste Rette der Ralkalpe» auf der angrenzenden Na-gelflut,-Formazion aufliege. Daß beide Formazionendicht an einander anstehen / ist oben ( p. 64.) bereits alsallgemeine Thatsache erwiesen worden. Da nun aberzugleich gezeigt worden/ daß/ so weit die Beobachtungengehen / beide Gebilde dieselbe südöstliche Schichtensenkunghaben/ die Nagelfluh aber den Kalkalpen gen dl liegt/so läßt es sich nicht bezweifeln/ daß die Schichten derletztem wirklich auf jenen der Nagelfluh aufliegen/ undwohl eben so wenig / daß diese älterer Erzeugung als dienördlichsten Kalkalpen seyn muß. Diese Folgerung möchteselbst dadurch kaum entkräftet werden / wenn sich künf-tig die etwas steilere Senkung der Kalkschichten / alseine allgemeine Erscheinung ausweisen würde / und wennauch in der Folge bei genauern Nachforschungen nir-gends das unmittelbare Auflagern sich entdecken liesse.
Einige Resultate/ zu welchen diese Thatsache» füh-ren / werden wir in den letzten Capiteln dieses und derfolgenden Abschnitte zu entwickeln suchen. Hier müssenwir nur noch dieses bemerken : so höchst wahrscheinlich eSist / daß die nördlichen Kalkalpen später entstanden sindals das Nagelfluhgebilde/ so gewiß ist/ daß die Geschiebedes letztem großentheils solche sind/ welche dem Kalkal-pengebilde ursprünglich angehörten. Dieser scheinbareWiderspruch führt nothwendig zu dem Schlüsse / daßdie südlichen Kalkalpen ungleich früher als die nördli-chen sich gebildet haben müssen.