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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
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17
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in die Geschichte der Vogel. 17

seS bisher angemerkte hat bey allen Vögeln und Vo-gclcycrn statt.

Ferner entdecket man an den Vögeln einen Um-stand , der allerdings merkwürdig ist; sie ruhen näm-lich auf den Füßen, stehen öfters auf einem Bein,und fallen im Schlafe nicht von dem Stocke odervon den Aestcn der Bäume herunter. Man hatgeglaubt, daß solches von der Länge ihrer Zähen her-rühre, allein dieses würde es nicht ausmachen, wennnicht ein besonderer Bau der innern Theile im Fußesolches verursachte. Es gehet nämlich durch den Fußeine Senne in alle Zähen; wenn diese Senne an-gebogen wird, so ziehen sich die Zähen zusammen,welches Kinder, die mit abgeschnittenen Hühner-klauen spielen, schon wissen. Sobald nun der Vo-gel sich niederduckt, so spannet sich diese Senne, mit-hin umlchliessen die Zähen den Stock oder Ast so fest,daß es scheint, als ob sie daran festgenagelt waren.Es ist dem Vogel unmöglich, so lange er auf demBrustbeine ruhet, die Zähen loszubringen; sobalder sich aber aufrichtet, lässet diese Spannung nach.Durch dieses Hülfsmittel hat die Natur für die Si-cherheit der schlaffcndcn Vögcl gesorget.

Bey den Menschen und vierfüßigen Thierenfinden wir Vorderarme oder Beine, und dieses sindbey den Vögeln die Flügel, die nach eben solchenGesetzen , als jene , gebildet sind; nur haben sieeine verschiedene Länge, welche zwar nicht mit derGröße des Vogels, wohl aber mit dem Endzweckeder Bestimmung in einem richtigen Verhältniß ste-het, denn je höher der Vogel stiegt und fliegen muß,je länger sind auch seine Flügel. Der Adler hat siesehr lang; der Strausvogel aber, weil er nicht fliegt,sehr kurz. Ausser der Länge der Flügel kommt esdann auch zunächst auf die Stellung und Beschaffen-heit der Schwungfedern an, die leicht und doch hin-ll. Theil. B läng-

Einlei-

tung.

Die-se unddas Ru-hen derVögel.

Bonden

Flügeln