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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
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603
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ii4- Geschlecht. Bachstelzen. 6oz

italiänisch I^uscißnmlo und k.oüip,nolo; spa<>nisch KuMnor; englisch lhiiZkrino ale; hol-ländisch ^LAtLFLLl.

Die Farbe ist eben braunlichtgrau, welches sichauf das Rostfarbige ziehet, die Schwanzfedern sindoben braun rostfarbig, unten aber wcißlicht. DerBauch ist weißlicht z die Brust dunkel und dabey etwasgrünlicht; der Schnabel schwärzlicht und inwen-dig gclb. Jedoch ist an einem Exemplar die Farbeblaßer oder mehr erhaben als an dem andern, ja esgiebt sogar weißlichte Nachtigallen. Indeß ist dieserVogel in seinen Federn lange so schön nicht, als inseinem Gesang, mit welchem er in den Abend« undMorgenstunden zu jcdcrmans Vergnügen und Ver-wunderung sich hören laßt; denn die Stimme istdurchdringend und doch angenehm und gel-nde, vol-ler Tonvcraudcrung und dabey lang und viel in einemAthem In Holland, wo sie in den kostbarer. Lust-häußern häufig sind, ist es bey hundert Gulden Straf-fe verboten, eine Nachtigall zu fangen, oder cjn Eyzu verderben

Der Zahmen oder eingesperrten NachtigallenFutter sind Amcis ncyer, wie auch Brodkrumen, und'ein gekochtes Kälbcrherz unter einander fein gerieben,desgleichen auch geriebenes dürres Fleisch mit zerflos-senen Mandeln, welches mit Safran gelb gemachtund mit frischen Eyern durcheinander geknetet wird:denn diese Vogel leben nicht von Körnern, sondernihre natürliche Speise sind Insicten und kleine Wür-mer. Weiße Mehlwürmer und schwarze Spinnensind ihr licbst-S Essen, und dienen ihnen, daß sie nichtverstopft werden.

Wenn diesen angenehmen Vögeln die Äugenausgcstochen werden, damit sie in der Blindheit nochschöner singen- sollen, so halten wir solches für eineWollust, der-wir nicht beypflichten können,

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