Buch 
2 (1777) Von den Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
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34 Zwote Classe. Zwölfter Abschnitt.

!mve» beträchtliche Hbhe und Dicke, und ein sehr hohes Alter tureiche» kduuen, davon findet man hin und wieder theilsin der Natur, theils auch in Schriften aufgezeichneteBeyspiele, deren auch einige von uns schon oben in der ;Einleitung sind angeführet worden. Man pflanzetdiese Baume am besten aus ihrem Saamen fort, den jman an dem Ort, wo sie hernach bleiben sollen , nnHerbste gleich, sobald er reif ist, säen muß, da er dannim folgenden Frühjahr aufgeht; sie gerathen zwar auchnoch ziemlich , wenn man sie nicht mehr als einmal, undzwar da sie noch ganz jung sind, versehet, doch sinddie erster» im>ner besser. Ihre Stamme wachsen ganzgerade, und haben anfänglich eine glatte und aschgraueRinde, die aber mit der Zeit durch daö Alter schwärz-lich und zerrissen wird; und die Aeste breiten sich nachallen Seiten gleich und sehr regelmäßig aus, so daß sieohne Zuthun der Kunst eine zierliche und schon gebildeteKrviic ausmachen. Die innere Rinde des LindenbaumSoder der Bast, welcher Liber oder Philyra gcncnnetwird , ist dünne und zart , und sehr tauglich darauf ;uschreiben, daher er auch vor Alters , ehe das Papier er-funden war, hiezu, nebst dem Holz gebraucht wurde.ÄeUNtlNg erzählet, daß er selbst ein solches auf Linden-bast geschriebenes Buch gesehen habe, welches schon übertausend Jahre alt war; auch soll ein solches Bück, daseine noch ungcdrucktc Abhandlung vom Clttl'V enthiel-te, n» Jahr 1662 zu Brüssel an den Kayser verkauftworden seyn. J>n Wasser eiiigeweicht gibt diese Rin-de einen Schleim von sich, welcher äußerlich in Wun-den und Geschwüren eine kühlende und heilende Krafthat, aus der Rinde selbst aber kann man alsdann, wieaus Hanf, Stricke, grobes Tuck zu Ucbcrrccken undzum Packen, Kbrbe und Fisckrciser verfertigen. DieLindenblättcr geben ein gutes Futter für Kühe, Echaafcund Ziegen; wiewohl man in EliMIM beobachtet hat,baß, wenn die Kühe viel Lindcnlaub fressen, ihre But-ter harter, und weiß wie Talg , lind übel schmeckend

wild,