rzz.Gatt. Nägelein. Caryophyllus, 55
cher ist. Die Gewürznäqclein, welche demnach nichts Räganders, als die noch ungcdfnete Bluinenknöpfc oder ganz lrj„»junge unreife Früchte sind, haben ihre Benennung vonihrer Figur, welche eine ziemliche Aehnlichkeit mit ei-nem kurzen stumpfen Brctternagel hat; auch sind dieNamen, welche sie in andern Sprachen führen, mei»stens von eben dieser Aehnlichkeit hergenommen, dennsie werden von den Holländern Nagelen oder Kruid-nagelen , von den Franzosen Geroffles, Girofflesoder L'ioux de Giroffle , von den Engländern Clo-ves , und von den Spaniern Clavo genennet. DieEh.neser nennen sie Tenghio , uird die MalcyerIsjensss oder Tf-hinka; ihr eigentlicher und gcmei-uester Name bey den Indianern aber ist Boa Lawan,Boengoe Lawan oder Bugu Lawan , welches s»viel, als eine nagelförmigc Blume oder Frucht bedeutet.
Die Mutternägclcin , Anthophylli , werden auch vonden Holländern Moernagelen , und von den Franzo-sen ülcrL8 de Giroffle gencnnct. Man bringt diesebeyde Produkten, welche jährlich zu gehörigen Zeitengesammlck, und vorhero wohl getrocknet werden, häufignach Europa; und sie sind , insonderheit die Gewürznä-gelein 1 nach dem Zimmct wohl das angenehmste undVortrefflichste Gewürze. Auch gebraucht man sie, ausserihrem bekannten Ruzcn in der Dekonomie zur Verferti-gung angenehmer liqucurs, und den Speisen einen ange-nehmen Geruch und Geschmack zu geben , sowohl innerlichals äusserlich in der Arzncykunsi, wo balsamische, reizende,stärkende und zertheilende Mittel erfordert werden. InIndien selbst werden sie wegen ihrer hitzigen Natur sehrwenig gebraucht, so daß sie also mehr vor die gemäßig-te und kältere Luftstnche geschaffen zu seyn scheinen.
Das Del, welches man durch die Destillation aus denGewürziiagclcin erhält, ist insonderheit äiisscrlich einvortreflichce Mitteb wider den kalten Brand , die K»o->chenfaule, und Zahnschmerzen, die vo» hohlen und fau-len Zähnen herrühren.
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