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2 (1777) Von den Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
158
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i?8 Zwste Classe. Vienehentec Abschiütk.

Adan«

sonie.

Der

Nutzen.

sie eine Höhe von sechs Schuhen erlangen. DieserBaum verliert in seinem Vatcrlande jährlich im Nv-vcmbcr seine Blätter, und bekommt erst IM Jlininswieder neue; im Julius blühet er, und seine Früchtewerden im Dekoder nnd November reif.

Das Alter dieser Bäume soll stch, wie dem HerrnAdcms>)N seine Wahrnehmungen zu beweisen schiene!!,auf etliche tausend Jahre erstrecken ; so daß er glaubet,die dicksten derselben muffen schon seit der Sündflukh vor-handen seyn» Er fand nämlich auf einer gewissen klei-nen Insel dergleichen fünf bis sechs Schuh dicke Bau-me, in welche Jahrzahlen schon von dem vierzehntenJahrhunderte her eingeschnittcn waren, daß also dieseBaume bey vierhundert Jahre alt seyn mußten. Viel-leicht aber ist den Bäumen auf dieser kleinen Insel derOrt zu ihrem Wachsthum nicht so günstig und Vortheil-haft gewesen, als auf der festen Küste und in dem Waldbey Capverd , wo er die Baume von einer so unsäglichenGroße und Dicke anträfe , wie oben gemeldet worden;und alsdann könnte man das wahrscheinlich« Alter dersel-ben nur etwa auf jwcykausend Jahre setzen.

Der Baobab ist bor die Negers von einem be-trächtlichen Nutzen, Sie trocknen seine Blätter, undmachen ein Pulver davon, welches sie Lalo nennen,und wovon sie täglich eine gewisse Portion unter ihreSpeisen mischen. Vermuthlich hat sie die Erfahrunggelehret, daß die lindernde Eigenschaft dieses Pulversbor ihre Gesundheit zuträglich seye. Herr 2!>AMsonselber hat sich, seiner Meynung nach, durch ein De-cokt von den getrockneten Blättern vor den Durchlaufund hitzigen oder Faulfiebcr, so die Fremde daselbst sonst«neistens zu befallen pflegt, und vor einer Scharfe imUrin , die bey der heisestcn Jahrszeit gewöhnlich ist, be-wahret. Insbesondere hat die Frucht, wenn sie nochfrisch ist, ein angenehmes und erfrischendes Mark , wel-ches seinen säuerlichten Geschmack lange behält, und auchbey den getrockneten Früchten noch eßbar ist; daher sol.

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