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2 (1777) Von den Bäumen / Carl von Linné
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Seite
232
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Lzr Zwote Classe. Sechzehnter Abschnitt.

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48. MER. Sur. tab. 29. WEINM. Phyt.tab. 699. lit. a.

Der Pompelmusbaum hak, wenn man dieGröße der Frucht und Figur seiner Blatter aufnimmt,mit dem Pomcranzeubaum eine sehr große Aehulichkcit,so daß ihn LlNNeus ehmalcu für eine bloße Varietät des-selben erkläret hat. Seine Frucht ist der Gestalt und denEigenschaften nach einer Pomeranze gleich, aber so groß,oder zuweilen noch grösser als ein Mcnschcnkopf; und sollnach einiger Meynung die Frucht gewesen seyn, welche Gottdem Adam im Paradiese zu essen verbottc» hat, daher sieBauhinus Adamsäpfel nennet. Man zieht diesenBaum in Ost- und Wcstindicn häufig in den Gärten;er wird von den Chincsern Vencu , und von denMaleycrn I^emon Callbmba oder auch Jamboagencnnct. Die Engländer in Wcstindien nennenihn den Sllddobbaum ; die Holländer aber insgemeinPompelmses. Man hat ihn auch in den europäi-schen Gärten und Gewächshäusern, wo er eben so gut,als der gemeine Pomcranzeubaum fortkommt, und aufgleiche Weise behandelt wird. Seine Blätter sindgroßer, als bey dem Pomcrauzenbaum; und seine Blu-men haben ein wenig wollige Stiele. In Ostindienwerden die Früchte dieses Baums sehr häufig roh gcessen,und die Gymnosophistcn oder Brachinancu leben zumTheil ganz allein von denselben. Man setzt sie auch zumNachtische auf, entweder ganz, oder ihr Fleisch mit spa-nischen Wein und Zucker eingemacht, da sie dann beyHeister Iahrszeit, wegen ihrem säuerlichteu Geschmack,«ine angenehme Erfrischung geben.