Kapitel I.
135
Winkel ist hinreichend, um einen Gegenstand sichtbarzu machen j und wenn die Mühe des Piton viel gröfserwäre, als die Breite seiner Grundfläche, so dürfte derWinkel in der horizontalen Richtung noch kleiner seyn,ohne dafs der Gegenstand auf hörte, auf unsere Organeeinen Eindruck zu machen 5 denn micrometrische Beobach-tungen haben bewiesen, dafs die Grenze des Sehens nurdann eine Minute ist, wenn die Dimensionen der Gegen-stände nach allen Seiten hin gleich sind. Man unterschei-det in der Ferne mit dem blofsen Aug die Baumstämme,welche auf einer weiten Ebne isolirt dastehen, wenn siegleich unter einem Winkel erscheinen, der unter 25 Se-cunden beträgt.
Da die Sichtbarkeit eines Gegenstands, der durch sei-ne Dunkelheit hervortritt, von der Menge des Lichts ab-hängt, welches von zwey Linienher ins Auge lallt, wovon dieeine an dem Berg aufhört, die andere aller sich bis an dieGrenze des Luftmeers verlängert, so ergibt sich, dafs, jemehr man sich von dem Gegenstand entfernt, desto ge-ringerwird der Unterschied zwischen dein Licht der umge-benden Atmosphäre, und dem, welches von den Luftschich-ten herstrahlt, die vor dem Berg liegen. Daher kommt es,dafs weniger hohe Gipfel, wenn sie anlangen über dem Ho-rizont sichtbar zu werden, zuerst dunkler erscheinen, alsdie Gipfel, die man auf grofse Entfernungen bin bemerkt.Eben so hängt die .Sichtbarkeit der Berge, welche man nurauf eine negative Art erblickt, nicht einzig von dem Zustandder tiefem Luftschichten ab, auf welche unsere meteoro-logischen Beobachtungen beschränkt sind, sondern auchvon der Durchsichtigkeit und physischen Beschaffenheitder hohem Theile; denn das Bild tritt um so deutlicherhervor, je stärker das Licht, welches von den Grenzen derAtmosphäre kommt, ursprünglich war, oder je wenigerVerlust es bey seinem Durchgang erlitten hat. Diese