372
Huch /.
ken der Meere erreichen können, kaum um einen Gradverändern sollte. Dieser Punkt würde durch das Hy-grometer angezeigt werden, wenn die Ruhe der Atmo-sphäre nicht durch Strömungen gestört würde.
Der Wind, indem er die Theilchen der Luft vonder Stelle treibt, nähert das Haar nicht dem Zustandder Trockenheit, wie er den der Sonne ausgesetztenWärmemesser herunterdrückt, indem er die stark erhitz-ten Luftschichten entfernt. Zahlreiche Erfahrungen desHrn. v. Saussure *) beweisen, dafs die Luft auf gleicheArt auf die hygroscopischen Substanzen wirkt, sie magin Bewegung oder in Ruhe seyn$ folglich wird der Ein-flufs horizontaler und herabsteigender Winde auf das Hy-grometer nur in dem Mafs bemerkbar, als diese Windeweniger mit Dünsten beladene Luftschichten mit sichführen. Wenn entweder durch eine plötzliche Beschleu-nigung der Abnahme der Wärme, oder durch den Con-flikt mehrerer Winde, oder durch electrische Phänome-ne schiefe Winde entstehen, so vermischen sich die obernSchichten der Atmosphäre mit den untern. Diese Bewe-gungen, verbunden mit den horizontalen Winden, welcheüber die grofsen Continente wehen, ehe sie in das Beckender Meere gelangen, streben beständig das Hygrometervon dem höchsten Punkt der Sättigung zu entfernen.Vielleicht haben auch die Polar-Strömungen, welche we-gen des Umschwungs der Erde den Schein von regel-mäfsigen Winden hervorbringen, zu viele Geschwindig-keit, als dafs die Luft, welche sie mit sich führen, un-ter jeder Parallele die ganze Menge von Dünsten auf-nehmen könnte, welche ihrer Temperatur entspricht.
Die Naturforscher, welche den Gang des Hygrome-ters in freyer Luft lange Zeit beobachtet haben, wissen
*) Essai sur flfygrometrie. 5 . i5o — i56.