Kapitel III. 4er
Indem ich von den Beobachtungen sprach, welch»ich während der Ueberfahrt von Ferrol nach Cumanasammelte, erwähnte ich nicht meiner Versuche über dieReinheit der Luft und ihre electrische Spannung. Die er-sten wurden mit Salpetergas in den engen Röhren des Eu-diometers von Fontana gemacht: sie schienen eine gröfse-re Menge von Oxygen in den Schichten der Atmo-sphäre, welche auf dem Meer ruhen, als in denen anzu-zeigen, welche die Cöntinente umgeben. Wir wissen heut-zutage, dafs wenn es eudiometrische Veränderungen gibt,sie weniger als zwey Tausendtheile betragen müssen, unddafs die Resultate, welche ich im Jahr 1799 erhielt, we-gen der zu unvollkommenen Mittel, die man damals hoyder Analyse der Atmosphäre an wandte, kein Zutrauen ver-dienen.
Was die electrometrischen Beobachtungen anlangt,so war es uns unmöglich, sovvol am Bord des Pizarro alsam Bord aller übrigen Schiffe, auf denen wir uns in derFolge einschifften, auf der offenen See das mindeste Zei-chen von Spannung zu bemerken, indem wir uns vortreff-licher Electrometer von Benuet und von Saus.mre bedien-ten. Hr. Bonpland nahm sich oft die Mühe, diese Instru-mente, welche mit langen metallischen Stäben und mit ei-ner Lunte von brennendem Zunder versehen waren, aufdie Masten und auf die vom Körper des Schilfs entfern-testen Segelstangen zu tragen. Diese Versuche wurdenim Südmeer auf einer Fregatte des Königs von Spanien ,deren Masten sehr hoch waren, wiederholt; niemalszeigten die Goldblättchen, die trockensten Strohhalme,oder die kleinen Korkkügelchen, welches electroscopischeSubstanzen sind, die geringste Divergenz. Ist es di»
*) Ich legte ein um so gröfserSs Interesse auf diese Art von Beob«achtungon, als ich mich wenig* Zeit vor meiner Abreise v«aAlex. v. Humboldts hist. Reis». J. ^6