Kapitel -VI. gj
hatten: er ist aber keineswegs so gefährlich, wie manin Cumana erzählt. Der Fufspfad hat allerdings anmanchen Stellen nicht über 14 oder i 5 Zoll Breite; derKamm des Berges, über dßn sich der Pfad hinzieht, istmit ausnehmend schlüpfrigem Rasen besetzt; der Abhangauf beyden Seiten ist sehr steil, und der Wandererkönnte, -wenn er fallen würde, über den.Rasen in eineTiefe von sieben bis achthundert Fufs herabrollen. Inzwi-schen sind es doch mehr steile Böschungen als Abgründe,Welche die Bergabhänge bilden, und die Maulthiere dieserGegend haben einen so sicheren Schritt., dafs sie einVollkommenes Zutrauen einflöfsen. Ihre Angewöhnungenkommen mit denen der Saumthiere in der Schweiz undauf den Pyrenäen gänzlich überein. In dem Verhältnifs,wie ein Land roher ist, nimmt der Instinkt der Haus-thiere an Feinheit und Scharfsinn zu. Wenn die Maul-thiere Gefahr ahnen, so bleiben sie stehen, und drehenden Kopf rechts und links; die Bewegung- ihrer Ohrenscheint anzudeuten, dafs sie über die zu ergreifende Par-tey nachdenken. Ihr Entschlufs reift langsam, aber esist stets gut, wenn er frey war, das will sagen, wennihn die Unvorsichtigkeit des Reisenden nicht stört oderübereilt. Auf den furchtbaren Wegen der- Anden,während sechs bis sieben Monate andaurenden Reisenüber von Schluchten durchschnittneBerge, entwickelt sichder Verstand der Pferde und Saumthiere auf eine erstau-nende Weise. Auch hört man die Bergbewohner sagen:„Ich gebe ihnen nicht das Maulthier, welches den be-quemsten Schritt hat, sondern das vernünftigste , la masracional Dieser durch lange Erfahrung erzeugte Volks-ausdruck wideilegt die Systeme belebter Maschinenvielleicht besser, als alle der spekulativen Philosophieentlehnten Vernunftgründe.
Als wir den höchsten Punkt des Bergrückens oder