Band 
Zweyter Theil.
Seite
289
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Kapitel X. 289

des spanischen Guiana, traf ich Portugesen an, die vonder St. Josephs Mission der Maravitanen den Rio Negro hinauf gekommen waren. Diese versicherten, man habedas Phänomen in diesem Theil von Brasilien , wenigstensbis nach San Gabriel das Cachoeiras, mithin bis zumAequator *) beobachtet.

Die ungemein grofse Höhe, welche diese Feuerku-geln haben mufsten, um gleichzeitig in Cumana und anden Gränzen von Brasilien gesehen zu werden, kammir schon sehr auffallend vor. Wie viel gröfser aberWard mein Bestaunen nicht, als ich bey der Rückkunftin Europa inne ward, die nämliche Erscheinung sey aufeinem Raume des Erdballs von 64° Breite und 91 Länge,am Aequator , im südlichen Amerika , in Labrador und inDeutschland beobachtet worden ! Auf meiner Ueberfahrtvon Philadelphia nach Bordeaux , fand ich zufällig in denDenkschriften der Gesellschaft von Pensylvanien diecorrespondirende Beobachtung des Hrn. Ellicot (Breite,3 o° 42'), und, auf meiner Rückreise von Neapel nachBerlin , las ich auf der Göttingischen Bibliothek den,Bericht der Mährischen Missionarien bey den Eskimos.Damals hatten bereits auch mehrere Naturforscherdas Zusammentreffen der Beobachtungen im Norden mitjenen von Cumana, die Hr. Bonpland und ich schonim Jahr 1800 bekannt machten, gewürdigt.

*) Etwas nordwestlich von San Antonio de Castauhciro. Ichhabe Kicmand angetroffen, der das Meteor in Santa* Fe de Bogota , in Popayan , oder auf der südlichen Halbhugelin Quito und Peru gesehen hätte. Vielleicht hat der indiesen westlichen Gegenden so wandelbare Zustand derAtmosphäre allein nur die Beobachtung gehindert.

Die Herren von Hardenberg , Ritter und ß'öckmann inGilbcrts Rnnalen ß. VI, S. 191; B. XIII, S. 255; ß. XJV.S. 116; B.XV, S, 107 Mag. der IVatark. B. IX. S. 46U7.

Alex. Humboldts hist. Reise. 11, IQ