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Buch IV.
man sich so viel möglich dem äufserst steilen, gegen Ca-ravalleda und die Küsten sich senkenden Abhang nähern.Jiis hieher hatte dev Gneifs seine blättrichte Textur undseine ursprüngliche Richtung beybohalten ; hier aber,wo wir den Gipfel der Silla erstiegen, gebt er in Granitüber. Seine Textur wird körnicht; der Glimmer kommtseltener und ungleicher vertheilt vor. Granaten siebt mankeine mehr, wohl aber einige vereinzelte Hornblende-Crystallen. Ein Syenit ist es jedoch keineswegs, sonderneher ein Granit neuer Formation. Wir brauchten dreyViertelstunden, um die Spitze der / Pyramide zu erreichen.Gefährlich ist dieser Theil des Wegs keineswegs, wenn' man nur vorsichtig die Festigkeit der Felsblöcke prüft,auf die man den Fufs setzt. Der über dem Gneifs be-findliche Granit zeigt keine regelmäfsige Schichtenlage-rung; er wird durch Spalten, die sich oft in rechtenWinkeln durchschneiden, zertheilt. Prismatische Blöcke,von einem Fufs Breite und zwölf Fufs Länge, tretenschräg aus dem Boden hervor, und erscheinen am Randdes Abgrunds, wie grofse über den Schlund hängendeBalken.
Auf der Spitze dos Berges genossen wir, jedoch nurwenige Minuten lang, einen vollkommen hellen Himmel.Eine sehr ausgedehnte Fernsicht beschäftigte unsern Blick,der gleichzeitig sich nordwärts über das 1 Meer und süd-wärts über das fruchtbare Thal von Caracas ausdehnte.Der Barometer hielt sich auf 20 Zoll 7,6 Linien; dieLufttemperatur betrug i3", 7 . Wir befanden uns aufi35o Toisen Erhöhung. Das Auge umfafst eine Seeflächevon 36 Meilen im Durchmesser. Wem der Blick in dieTiefe herab Schwindel macht, der inufs sich im Mittel-punkt der kleinen Ebene halten, die den östlichen Gipfelder Silla begränzt. Der Berg ist durch seine Höhe ebennicht merkwürdig, die fast achzig Toisen weniger beträgt,
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