Band 
Zweyter Theil.
Seite
458
JPEG-Download
 

458

B n c k IF.

5 . May 1715, plötzliche Fulminationen oder Vibrationen vonLichtstrahlen gesehen.Sie zeigten sich während der vollen-deten Finsternifs auf der Mondoberfläche, so dafs sie wieStreifen entzündeten Schiefspulvers aassahen. Weil der Mondsehr bergigt ist, so darf man sich nicht wundern, wenn dieGewitter daselbst häufig Vorkommen. Bey der von n.ir beob-achteten Erscheinung waren keine Fulgurationen oder Licht-streife zu sehen; sondern ruhige Lichtpunkte , die, nachdemsie 6 bis 8 Secundcn geleuchtet hatten, wieder verschwanden.Sie waren nicht röthlicht, wie der, welchen Ulloa für eineAushölung des Mondes hielt ( Phil. Trans., 1779, p. 116. Mein,de Berlin , 1788, p. 204)- Wie soll man sich diese zu verschie-denen Zeiten auf der Mondscheibe wahrend einer Sonnenfin-sternifs beobachteten leuchtenden Gestalten erklären ? DiePunktewelche ich aufserhalb der Sonnenscheibe gesehenhabe, können nicht auf Rechnung jener optischen Täuschuuggebracht werden, die den Trabanten der Venus darstellte.Hier glaubte man Lichtgestalten (phases) zu sehen.

Note B.

Ich will hier die sinnreiche und befriedigende Erklärungder Erscheinung des Flimmcrns Cscintiilation) mittheilen, dievon Hrn. Arago herrührt und bis dahin nicht bekannt gewor-den ist. Folgendes ist die Note, die dieser Gelehrte auf meinAnsuchen darüber niederschrieb:

Die Naturforscher und Astronomen, welche sich mitdem Flimmern der Sterne.beschäftigten, haben einen und viel-leicht den merkwürdigsten Umstand dieser Erscheinung ganzaufser Acht gelassen, ich meine die schnellen und häufigenFarbänderungen, welche dieselbe immer hegleiten. Die Fort-schritte, die ip der physischen Theorie des Lichts seit einigenJahren gemacht würden, gestatten uns, wie mir scheint, dieErklärung dieser merkwürdigen Thatsache an das Gesetz der