Band 
Fünfter Theil.
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Buch IX.

fahrt in kleinen von Moskitoschwärmen verfolgten Boo-ten, mufste der Gedanke einer langen Seereise sich derPhantasie einigermafsen reizend darstellen. Wir dachtennicht «ehr nach dem südlichen America zurückzukeh-ren. Indem wir die peruanischen Anden dem noch somangelhaft gekannten Philippinen -Archipel zum Opferbrachten, blieben wir unserm frühem Plane treu, einJahr in Neu - Spanien zu verweilen, und von da mit derGalione von Acapulco nach Maniila überzusetzen, um< die Rückkehr nach Europa über Bassora und Aleppo zuvollenden. Hätten wir die spanischen Besitzungen inAmerica einmal verlassen, so könnte, dachten wir, derSturz eines Ministeriums, dessen edelm Vertrauen ichso unbegrenzte Bewilligungen zu verdanken hatte, devAusführung unserer Plane nicht mehr hinderlich seyn.Mit diesen Gedanken beschäftigten wir uns während dereinförmigen Reise durch die Steppen. Nichts mag ge-gen die kleinen Widerwärtigkeiten des Lebens besser ab-härten, als die Beschäftigung des Geistes mit der Aus-führung eines gewagten Unternehmens.

Die Maulthiere warteten unser am linken Ufer desOrenoko. Die Pflanzensammlungen und die geologischenSuilen, welche wir vom Esmeralda und Rio Negro mit-hrachten, hatten unser Gepäcke bedeutend, vermehrt.Weil es gefährlich gewesen wäre, uns von den Herbarienzu trennen, so mufsten wir auf eine langsame Reisedurch die Llanos gefafst seyn. Die Hitze war durchReverberation des an Gewächsen fast ganz verödetenBodens aufserordenllich stark. Der hunderttheilige Wär-memesser stieg jedoch, bey Tage (im Schalten) nichtüber 3 o'bis 34 Gr., zur Nachtzeit nicht über 27 bis28 Gr. Somit war, wie fast überall in den Tropenlän-dern, die absolute Wärme weniger als die Andauer der-selben uns empfindlich. Wir brauchten dreyzehn Tage