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Buch IX.
sionen von Pirutu gesehen haben, unterscheiden sichvon den übrigen Indianern nicht blos durch hohen Wuchs,sondern auch durch die Regelmäfsigkeit ihrer Züge. Siehaben eine minder breite und weniger platte Nase, min-der vorspringende Bachenheine und weniger mongolischenGesichtsausdruck. Ihre Augen, die schwärzer sind, alsbey den übrigen guyanischen Horden, drücken Verstand,man möchte sagen angevvöhntes Nachdenken aus. DieKaraiben zeigen Ernst in ihrem Benehmen, und ihr Blickhat etwas Trauriges, wie diefs beym gröfseren Theilder Ureinwohner der neuen Welt auch der Fall ist. DenAusdruck von Ernst in ihren Gesichtszügen vermehrtnoch bedeutsam die unter ihnen herrschende Suoht, sichdie Augenbraunen mit dem Saft des Caruto *) zu fär-ben, dieselben zu vergrößern und mit einander zu ver-einbaren; öfters fügen sie auch sonst schwarze Fleckenim Gesicht hinzu, um sich ein noch wilderes Aussehenzu geben. Die Vorsteher der Gemeinde, der Governa-dor und die Alccildes, welche ausschliefslich lange Rohretragen dürfen, kamen zum Besuche. Unter ihnen be-fanden sich achtzehn - bis zwanzigjährige indianische Jüng-linge, indem ihre Wahl einzig vom Willen der Missio-närs abhängt. Auffallend war uns, unter diesen mitOnoto bemalten Karaiben, jenes Vornehmthun,. die ab-gemessene Haltung, das kalte und stolze Betragen wahr-zunehmen , die man mitunter bey Beamten der altenWelt antrifft. Die Karaiben-Weiber sind minder kräf-tig und hässlicher als die Männer. Sie tragen fast aus-schliefslich alle Last der Haus- und Feldarbeiten. Siebaten dringend um Stecknadeln, welche sie in Ermang-lung von Taschen an der Unterlippe befestigten: siedurchstechen die Haut damit so, dafs der Kopf dpr Na-
Siehe oben. Th. 5 , S. 448.