Band 
Fünfter Theil.
Seite
22
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22 Buch IX.

östlich von Portorico bis zu den Mündungen des Ama-zonenflusses ausgedehnt haben. Eine andere Ausdehnungderselben gegen Westen längs der Küste von S1. Martaund von Venezuela scheint weniger erwiesen. Indessennennen Lopez de Gomara, so wie überhaupt die ältestenGeschichtsschreiber, „Caribana“ nicht das Land zwischenden Quellen des Orenoko und den Bergen des franzö-sischen Guiana *0, wie man diefs in den neuesten Zei-ten gethan, sondern sie verstehen hierunter die sumpfi-gen Ländereyen zwischen den Mündungen der FlüsseAtrato und Sinu. Ich habe diese Küsten selbst besucht,als ich eine Reise von der Havana nach Portobello aus-zufüfjren versuchte; und ich habe dort erfahren, dafsdas Vorgebirg, welches den Busen von Darien oderUraba gegen Osten begränzt, noch heutiges Tages PuntaCaribana genannt wird. Die Meynung, dafs die Karai-ben der Antillen den kriegerischen Völkern von Da-rien Namen und Ursprung verdanken, war ehemals all-gemein verbreitet. „Inde Vrabam ab orientali prehenditora, quam appellant indigena Caribana, unde Carihesinsulares originem habere nomenque retinere dicuntur:so drückt sich Anghiera **0 darüber aus. Ein Neffe vonAmerigo Vespucci hatte ihm gesagt, dafs von dort biszu den Schneebergen von St. Marta alle Einwohner

•) Carte von Hondias von i5gg, bey der lateinischen Ausgabevon RaleghV Reise. In der holländischen Ausgabe (NieuweCaerte van het goudryhe landt Guiana) werden die Llanosvon Caracas , zwischen den Gebirgen Merida und dem RioPao, Caribana genannt. Hier sieht man denn auch, washä'ufig bemerkt wird, dafs ein geographischer Name von We-sten nach Osten fortgerückt ist.

•*) Petr. Mart. Dec. II, Hb. i, p. 26. B. Dec. III, lib. V,p. 54 A.