Kapitel XXV. gi
Die Landenge, welche diese grofsen Massen von Glim-merschiefer vereinbart, war kaum sichtbar: sie schiendurch Wirkung der Luftspieglung entstellt, und man er-kannte dieses durch die Lagana grande getrennte Mit.telstück einzig nur in zwei kleinen zuckerhutförmigenHügeln *), die im Meridian der Punta de Piedras liegen.Näher weilte unser Blick auf dein kleinen öden Archipelder vier Morros del Tunal, der Karaiben- Inseln undder Lobos.
Nach viel vergeblichem Suchen fanden wir endlich,bevor wir an die Nordküste der Halbinsel Araya nieder-stiegen, in einer sehr schwer zugänglichen SchluchtC aroyo del Piebalo ) das Mineral, welches uns in Cu-mana war vorgewiesen worden. Der Glimmerschiefergieng plötzlich in gekohlten und glänzenden Thonschie-fer über. Es war Zeichenschiefer Campeh'/e); die Ge-wässer (es finden sich dort nämlich kleine Quellen undes sind deren auch kürzlich nahe beym Dorfe Maniqua-rez entdeckt worden) waren mit gelbem Eisenoxid ge-schwängert und hatten einen zusammenziehenden Ge-schmack. Wir fanden die Wände der benachbarten Fel-sen mit Blumen von haarförmigem Alaun-Sulfat überzo-gen 5 wirkliche zwey Zoll dicke Schichten von natür-lichem Alaun dehnten sich, so weit das Auge reichte, imThonschiefer aus. Der weifs - graulichte Alaun ist aus-wendig etwas matt, und inwendig zeigt er einen fastglasartigen Glanz; sein Bruch ist nicht faserig, sondernunvollkommen schneckenlinig. In wenig dichten Bruch-stücken ist er halb durchsichtig. Sein Geschmack istetwas süfslicht und zusammenziehend, ohne Beymischungvon Bitterkeit. Ich hatte mir auf Ort und Stelle dieFrage aufgeworfen, ob dieser so reine Alaun, welcher
*) Br. io° 57'; L. o” 3' äo" östlich von Cumana.