Kapitel XXVI.
io5
türlicher (Quelle herßiefst. Das gewerbfleifsige und han-deltreibende Europa wird von der im spanischen Americasich entwickelnden neuen Ordnung der Dinge Vortheilziehen, wie ihm solcher hinwieder auch durch ver-mehrten Verbrauch und Absatz aus Ereignissen zufliefsenwürde, welche in Griechenland , auf den NordküstenAfrica’s und in andern der Tyranney der Osmanen un-terworfnen Landschaften, der Barbarey ein Ziel setzenmöchten. Was den Wohlstand des alten Festlandes be-drohen kann, ist einzig nur die Verlängerung jener in-neren Kämpfe, welche die Erzeugnisse hemmen und zu-gleich Zahl und Bedürfnisse der Consumenten vermin-dern. Im spanischen America nähert sich nun dieser,sechs Jahre nach meiner Abreise begonnene Kampf sei-nem Ende. In kurzer Zeit werden wir unabhängigeVölkerschaften an beyden Ufergestaden des atlantischenWeltmeeres erblicken, die bey sehr abweichenden Re-gierungsformen , hinwieder durch die Erinnerung an diegemeinsame Herkunft, durch die gleiche Sprache unddurch gleichartige Bedürfnisse, wie sie aus der Gesit-tung überall hervorgehen, vereinbart erscheinen. Durchdie unermefslichen Fortschritte, welche die Kunst desSeefahrers gemacht hat, sind, möchte man sagen, dieWasserbecken der Meere verengert worden. Der atlan-tische Ozean stellt sich uns in Gestalt eines schmalenKanales dar, welcher die europäischen Handelsstaatenvon der neuen Welt nicht weiter entfernt, als in derKindheit der Schiffahrts - Kunde das Wasserbecken vomMittelmeere die Griechen des Peloponnes von den Be-wohnern Joniens, Siciliens, Cyrenea’s entfernt hielt.
Ich habe geglaubt, diese allgemeinen Betrachtungenüber die künftigen Verhältnisse beyder Festländer dempolitischen Abrisse der Provinzen von Venezuela , derenverschiedene Menschenstämme, wilde und angebaute Er-