Band 
Sechster Theil.
Seite
263
JPEG-Download
 

263

Kapitel XXVIII.

men? Diefs würde eine Verlängerung der Schichten desjurassischen Kalksteins im Seegrunde nnd die Auflage desCorallengesteins auf dem Kalkfels darthun *). Es ist ein■Weit verbreitetes Vorurtheil, dem nach jede Süfswas-ser oder Salzwasserquelle für eine kleine Localerschei-nung gehalten wird: im Innern der Erde nehmen die Was-serströme ihren Umlauf zwischen Felsschichten von ei-genthümlicher Dichtigkeit oder Beschaffenheit in sehr aus-gedehntem Umfange und Entfernung, gleichmäfsig wiedie Flüsse auf der Oberfläche der Erde. Der gelehrteIngenieur Don Francisco Le Maur, der nämliche, wel-cher seither in der Yertheidigung des Schlosses vonSan Juan d’Ulua eine so kräftige Standhaftigkeit zu Tagegelegt hat, bezeugte mir, dafs in der Bucht von Xagua,einen halben Grad östlich von den Jardinillos, mittenin offener See, dritthalb Meilen von der Küste entfernt,Süfswasserquellen sprudelnd hervortreten. Die Kraft, mitder diese Wasser zu Tage kommen, ist dermafsen grofs,dafs sie einen für kleine Kähne oft gefährlichen Wellen-schlag verursacht. Schiffe, die nicht in Xagua einlaufenwollen, holen zuweilen ihren Wasservorrath von die-sen Quellen, deren Wasser um so süfser und kälterist, je tiefer es geschöpft wird. Durch Instinct gelei-tet haben auch die Manatis ( Lamantins ) diese Süfswas-serstelle entdeckt, und die Fischer, welche diesen gras-

*) Vergl. oben, S. 45- Den Alten waren die Süfswasser-quellen im Meere bekannt bey Bajä , Syracus und Aradus(in Phönizien). Strabo , Lib. XVI, p. 754. Auch die Co-rallen - Inseln um ßadak her, vorzüglich das sehr niedrigekleine Eyland von Otdia, besitzen Süfswasser. (Chamissoin Rotiebu.es Entdeckungsreise , Th. 3, S. 108.) Den Bei-senden kann nicht sattsam genug eine aufmerksame Wahr-nehmung aller Verhältnisse dieser Erscheinungen auf demMeeresspiegel empfohlen werden.