Band 
Sechster Theil.
Seite
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Buch XI.

Oberfläche mehr Wärme hat als die sie bedeckende At-mosphäre. Innerhalb dieser Gränzen trägt das Meer be-ständig bei, die Luft zu wärmen; diese ihre Wirkungbeschränkt sich nicht, wie man allgemein annimmt, aufeinige Wintermonate; sie äufsert sich während des gan-zen Jahres, indem die Zahl der Stunden, worin das Meerwärmer als die Luft ist, bei weitem die Zahl dererübersteigt, *) in welchen die Temperatur der Atmosphärehöher als die des Oceans steht.

Bei der Prüfung der Tabelle der einzelnen Beobach-tungen sieht man, dafs vom 30° bis 45°, zwischen denParallelkreisen von Cap Geer und Bordeaux , die Tempe-ratur des atlantischen Meeres auf seiner Oberfläche nichtblols mit der Breite und den Jahreszeiten, sondern auchmit; den Längen ändert. Es ist der grofse unter demNamen Gulf-stream bekannte pelagische Strom, welcherdiese Wirkung hervorbringt; sie ist merklicher im Südenvom 35°, da wo die Strömung sich den Küsten der Ver-einigten Staaten am meisten nähert, als nördlich vonden azoriscben Inseln, wo sie, gegen die irländischenKüsten hinziehend, von ihrer Temperatur durch Aus-breitung verliert. Bei Untersuchungen über die jähr-lichen Mitteltemperaturen der verschiedenen Zonen desnördlichen atlantischen Oceans bemerkt man, dafs siesehr wenig von denen der östlichen Küsten abweichen,indefs sie höher als die der westlichen Küsten sind.

*) Die in andern M erken oft wiederholte Behauptung desHrn. Kirwan ( Estim . de la temp. S. 47), „dafs das Wasserim Sommer allgemein kälter als die Atmosphäre scy, dieauf dem Meere ruht,“ ist nicht richtig, selbst nicht einmalfür die Stunden von Mittag bis 2 Uhr, wenn allerdingsauch die, mit Dunstbläschen angefüllte und minder durch-sichtige Meeresluft oft besser die Sonnenstrahlen einsaugt,als die Continentalluft in heitern Sommertagen.