Band 
Sechster Theil.
Seite
46
JPEG-Download
 

46

Buch XL

Breite gegen den Pol vorrückt. Bei dem gegenwär-tigen Zustande der Theorie der Wärme ist es klugsich an die einfachen Resultate der Beobachtungen zuhalten und zu Interpolationen nur zwischen sehr nahestehenden Punkten Zuflucht zu nehmen. Wenn unter45° Breite die westlichen Theile des alten und die öst-lichen des neuen Continents in der Mitteltemperaturdes Jahres blofs um 5°, 8 von einander abweichen, sosteigt, zwischen dem fi9° und 73° nördlicher Breite,unter den Parallelkreisen der Insel Igloolisk und desPort Bowen, dieser Unterschied bis zu 15° und 16° deshunderttheiligen Thermometers.

Nachdem wir einen allgemeinen Ueherblick überdas Becken des atlantischen Meeres geworfen, und diejährliche Mitteltemperatur seines Wassers mit der Tem-peratur der Continentalluft an seinen Büsten verglichenhaben, bleibt noch die Vertheilung der Wärme in denverschiedenen Jahreszeiten zu untersuchen. Hier mufssogleich die auf offenem Meere, im Monate Januar, untereiner Breite von 45° bemerkte hohe Temperatur (12, 3)auffallen, indefs auf dem Continente von Europa die Mittel -temperatur dieses Monats in Mailand bis 0°, 5 j in London bis 3°, 2; in Brest bis 6° fällt. Aus einer grofsen Anzahl Be-obachtungen, die ich zusammengestellt, ergibt sich, dafsdie Wintertemperaturen von 10° zu 11° sich von den Kü-sten, im atlantischen Meere, bis zu den Parallelkreisen von47° und 48° */, erhalten; und da in dieuen nämlichen Ge-genden die Oberfläche des Meeres gewöhnlich im Juliusund August von 15° zu 17° ist, so bleibt die jährlicheMitteltemperatur des Meeres auch wenigstens auf 13°, 5,während auf dem Continente, unter den nämlichen Pa-rallelkreisen, die jährliche Lufttemperatur nur von 10°, 8ist. Unter diesen Breiten trägt der Ocean nicht alleinbei* die Temperaturen der Küsten in verschiedenen Jah-