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ALLUEM. BEMERK. Ü. l>. (GEOLOGISCHEN VERHÄLTNISSE DRE ALPEN.
Sie machen es möglich in die verschiedenen Schichten des Luftmeeres empor-zusteigen, welches rings den Erdball umgibt, und hier vergleichende Beobachtungenüber die physikalische und chemische Constitution der Atmosphäre anzustellen, oderdie Wärmeverhältnisse der Luft und ihren Zusammenhang mit der Wärme des festenGesteines und des Erdinneren zu verfolgen.
Die Vegetation, reich an neuen Pflanzenformen, bietet zugleich in Folge derclimatischen Verhältnisse grosse Veränderungen in den verschiedenen Höhen desGebirges, und umfasst so eine Reihe von Abstufungen des pflanzlichen Lebens, diesich in horizontaler Ausdehnung nur über viele Breitengrade, über weite Länder-strecken zerstreut finden.
Geographische und orographische Verhältnisse.
Die Alpen , deren wichtige geologische und physikalische Erscheinungen zuerstin Saussure’s berühmten Arbeiten 1 mit unübertrefflicher Genauigkeit geschildert wur-den, bilden das höchste Gebirge des europäischen Festlandes; sie werden an Aus-dehnung und Höhe nur von einigen Gebirgszügen Amerika’s und Asiens , von denCordilleren, dem Himalaya u. s. w. übertroffen. Ihre imposanten blauen Bergkettensind schon aus weiter Ferne in Süddeutschland, Frankreich und Italien sichtbar.Der herrliche Anblick, welchen diese schneebedeckten Gipfel hier als Hintergrundreicher Landschaften gewähren, wird nur durch die Grossartigkeit der Scenerie und dieMannigfaltigkeit der Formen übertroffen, die das Innere des Gebirges selbst darbietet.
Die Alpen befinden sich zwischen 23° und 34° östlicher Länge und 434° bis48° nördlicher Breite; im Westen werden sie durch das Thal der Rhone und dieprovenpalische Ebene, im Osten durch die ungarischen Tiefländer, im Süden durchdas adriatische und ligurische Meer, durch die lombardische und piemontesischeEbene begrenzt; im Nordwesten stossen sie an den Jura; im Norden werden siedurch die bayerischen und österreichischen Ebenen von dem Böhmerwalde und denmährischen Gebirgen geschieden. Sie erleiden in ihrer Richtung eine grosse Biegung;während der eine Schenkel, von dem Strande des Meeres bei Nizza bis nach Savoyenvon Süden nach Norden streicht, zieht der zweite, weit grössere Theil von West-südwesten nach Ostnordosten, nämlich vom Wallis bis nach Ungarn .
Man hat schon sehr bald das Bedürfniss gefühlt, dieses Bergsystem in verschie-dene geographische Abtheilungen zu trennen; 2 jedoch erst mit Hülfe der Geo-logie gelingt es dasselbe in seine natürlichen Gruppen zu zerlegen, und auch ihreorographische Structur deutlich zu erkennen.
1) Horacb-Benedict de Saussure Voyages dans les Alpes. 4°. 4 Vols. 1779 —1796.
2) Hie geographischen und orograpbischen Verhältnisse der Alpen sind geschildert in den ausgezeich-neten allgemeinen Werken von Ritter, Bergiiaus u. s. w.; ferner in Beitzke, die Alpen , Colb. 1S43;Schaubach, die deutschen Alpen. 5 Bde. Jena 1845 — 47, mit vielem interessanten Detail, u. s. w.