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ERRATISCHE RUM KE.

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Schalen in grossartiger und sehr belehrender Weise dem Beobachter blossgelegt; siezeigten hier in einigen Bergwerken, noch mehr als hundert Fuss von der Oberflächeentfernt, genau dieselbe merkwürdige Glättung und Streifung, welche an der Aussen-seite der Berge und in der Nähe der Eismassen so leicht für die unmittelbare Wir-kung der Gletscher gehalten werden könnte.

Betrachten wir nun die Ursachen, welchen überhaupt der Transport erratischerBlöcke zugeschrieben werden kann. Die Gletscher bringen jährlich bei ihrer Bewe-minjr zahlreiche Felstrümmer der IJochretnonen in die Tiefe herab. Bedenkt mandie Oscillationen, welche diese Eismassen, deren interessante physikalische Erschei-nungen zuerst von Ciiarpentier , Agassiz und Forbes specieller untersucht wurden,häufig noch in historischen Zeiten gezeigt haben, so wird es nicht unwahrscheinlich,dass dieselben auch früher bei etwas veränderten climatischen Verhältnissen, bei grösse-ren Wassermassen in den Umgebungen der Alpen , oder bei vermehrten atmosphäri-schen Niederschlägen, manchen nicht unbeträchtlichen Schwankungen ihrer Ausdeh-nung unterworfen sein konnten, wodurch der Transport der Felstrümmer aus dencentralen Theilen des Gebirges thalabwärts nicht selten erleichtert werden mochte.Jedoch liegen, wie es scheint, keine direkten sicheren Beweise vor, welche erlaubenwürden, das so allgemein verbreitete Phänomen der erratischen Blöcke von derExistenz ehemaliger, sehr ausgedehnter Gletscher abhängig zu machen.

Man sieht dagegen noch jetzt, dass bei sehr bedeutenden Anschwellungen desWassers in den Ilochalpenthälern, zum Beispiel durch die plötzliche Entleerung vonGletscherseen, und noch weit mehr bei dem Schmelzen ausgedehnter Schneelager durchvulkanische Ausbrüche, Felsblöcke von überraschenden Dimensionen thalabwärts ge-fördert werden. Gesellen sich hierzu mächtige Schlammströme, in welchen die grossenBlöcke mit Sand und Schlamm umwickelt sind, so werden auch ihre Ecken undKanten nur sehr wenig abgerundet. Aehnliche Vorgänge in grossartigem Maassstabekonnten auch häufig in früherer Zeit die Verbreitung der erratischen Blöcke bewir-ken, wie Leopold von Buch und Elie de Beaumont 1 vielfach nachgewiesen haben.

Sehr wichtig für den Transport erratischer Felsblöcke sind ferner Eismassen,welche auf der Oberfläche von Meeren und Seen oder in grossen Flüssen schwimmend,die Gesteintrümmer unversehrt in weite Ferne tragen können. Noch jetzt wandern zu-weilen auf diese Weise an den Küsten der nordischen Meere Felsblöcke von einemPunkte zum anderen; und die schönen Granitblöcke^ welche in so grosser Anzahldie norddeutsche Ebene bis an den Ixand des Harzes und bis an die SchlesischenGebirge bedecken, kamen wohl ebenfalls auf mächtigen Eisschollen von der skandi-navischen Halbinsel herüber.

Die angeführten Erscheinungen sind nicht nur auf Europa beschränkt, selbst in

1) Yergl. Elie de Beauäiont’s ausführliche Zusammenstellung in: Note relative a l’une des causespresunmbles des phenomenes erratiques. Bull. d. I soc. geolog. de France. 2de ser. T. IV. 1847. p. 1334.