272 BEOBACHTUNGEN I BER DIE TÄGLICHEN VERÄNDERUNGEN DER TEMPERATUR.
Die Nullpunkte der Instrumente wurden meliremale auch während der Reisebestimmt. Es geschah dieses theils um für das Thermobarometer die Correctiongenau zu kennen, da hier eine Veränderung des Nullpunktes um wenige Zehntelschon einen sehr merklichen Fehler in der Berechnung der Höhen ergeben würde,theils auch um 2 Thermometerpaare möglichst genau zu vergleichen. Diese dientenspäter zu einigen psychrometriscben Versuchen, bei welchen gleichzeitig der Wasser-gehalt der Luft direct durch einen Aspirator bestimmt wurde. 1
Die Bestimmung des Nullpunktes wurde nicht im schmelzenden, kleingehauenenEise, sondern in einem Gemische von Schnee und Wasser gemacht, da in dem er-steren die Thermometer gewöhnlich zu hoch stehen 2 .
In der folgenden Tabelle sind die Correctionen der verschiedenen, mit Nummernbezeichneten, Thermometer enthalten, welche wir bei unseren Beobachtungen be-nützten; die Thermometer waren dabei bis an den Nullpunkt in den Schnee einge-senkt. Die Jahreszahl bei den Thermometern bezieht sich auf die Zeit des Ankaufes;doch waren auch die Thermometer von 1851 mehrere Monate früher angefertigt,als wir dieselben zu gebrauchen anfingen.
Die Correctionen sind bei den Temperaturangaben selbst bereits angebracht.Auch die Correctionen der Thermometrographen wurden bestimmt und bei denAblesungen berücksichtigt. Da sie nur auf ganze Grade, einige auf getheiltwaren, sind ihre Correctionen nicht in der folgenden Tabelle speciell angeführt.Bei der Bestimmung der Kälteextreme durch die Weingeistthermometer ist es nöthigzu berücksichtigen, dass häufig am oberen Ende der Röhre etwas Weingeistdampfsich condensirt, und dadurch bisweilen die Länge der Weingeistsäule um mehr alseinen Grad verkürzt wird. Es gelingt leicht, durch kleine Erschütterungen nachder Ablesung diese getrennte Flüssigkeit mit der Säule zu vereinigen. Die nunhervorgebrachte Verlängerung derselben musste ebenfalls als positive Correctionenzu dem Stande des Index addirt werden.
Die Thermometer wurden in Berlin im Februar 1851 und Ende Januar 18o2
Ein kleines Stückchen Glas, das vor der Biegung an diese Stelle in der Röhre gebracht wurde, erhieltnun dieselbe Krümmung. Wenn das Quecksilber sich ausdehnt, drängt es sich leicht an der ge-krümmten Stelle zwischen dem Glasstücke und der inneren Wand der Röhre hindurch und gelangt indie horizontal gelegte getheilte Röhre. Dort behält sie ihren Maximumstand (abgesehen von der kleinenVerkürzung der Säule selbst), weil das Glasstückchen beim Zusammenziehen des Quecksilbers stets einAbreissen des Fadens an dieser Stelle hervorbringt. Das Thermometer wird zu einer neuen Beobach-tung vorbereitet, indem man es vertical stellt, wobei durch die Schwere der Säule der Widerstand ander gekrümmten Stelle überwunden wird. Dieser Thermometrograph, der auch von Herrn Glaishhruntersucht wurde, soll sehr genaue Angaben liefern und ist zugleich Zerrüttungen weniger unterworfenals die RcTiiERFORo’schen Maxima.
1) Vergl. Cap. XII.
2) Lamont fand, dass diese Diflerenz oft + <>° beträgt, und dass die Nullpunkte der Thermometerder Mannheimer Gesellschaft alle etwas zu hoch bestimmt wurden.