BEMERKUNGEN I BER DIE INSTRUMENTE.
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geringe Aenderungen der Temperatur Vorkommen, hat dieser Umstand wenig Ein-fluss; es könnte aber die Bestimmung der Fundamentalpuukte etwas ungenau wer-den, wenn z. B. der Nullpunkt nach vorhergegangener bedeutender Erwärmung be-stimmt würde, etc.; bei thennobarometrischen Messungen, bei denen auch kleineUnterschiede der Temperatur nicht zu vernachlässigen sind, ist es daher auch nichtganz ohne Einfluss, ob das Thermometer bei dem einen Versuche sehr lange, beidem anderen sehr kurze Zeit in dem mit den Dämpfen des siedenden Wassers er-füllten Raume verweilt.
Die Zusammenstellung der Thermometervergleichungen zeigt noch sehr deutlich,dass auf der Vincenthütte, bei einem Luftdrucke von 523 M. M., die meisten Ther-mometer, besonders jenes von Fastre, das ein viel grösseres Quecksilbergefässhatte als die übrigen, tiefer standen als in Berlin ; auf der Vincenthütte waren diepositiven Correctionen grösser geworden, die negativen kleiner oder selbst positiv. 1
In Folge der Verminderung des Luftdruckes dehnt sich die Kugel aus, und er-hält also eine etwas grössere Capacität, wodurch nothwendig der Stand des Instru-mentes bei gleicher Temperatur ein wenig erniedrigt wird.
Es ist leicht, sich direct davon zu überzeugen, dass der Stand eines Thermo-meters durch eine kleine Compression der Kugel merklich erhöht werden kann;klemmt man zwischen die Finger und die Thermometerkugel 2 Eisstückchen, dieman etwa vorher durch Abschmelzen etwas concav gemacht hat, so kann man sehrdeutlich sehen, wie bei einem ganz geringen Drucke die Säule steigt, besonders beiempfindlichen Thermometern, bei denen der Durchmesser der Röhre sehr klein gegenden Inhalt der Kugel ist.
Da der Luftdruck bei 760 M. M. Barometerstand 1,03 Kilogrm. auf den Qua-dratcentimeter beträgt , bei 523 M M. nur 0,71, so lässt sich daraus wohl erklären,dass der Nullpunkt im letzteren Falle niedriger steht; es wird zugleich der Einflussdes veränderten Luftdiuckes auf verschiedene Thermometer ungleich sein; er hängtab von der Gestalt und Grösse des Quecksilbergefässes, und von dessen Raumver-hältnissen im Vergleiche zum Durchmesser der Röhre.
Es ist diese Ausdehnung der Kugel und die damit verbundene Erniedrigungdes Nullpunktes ganz analog der Erhöhung durch Compression, welche derNullpunkt erfährt, wenn über dem Thermometer eine Wasserschicht sich befin-det. Der Unterschied von 760 bis 532 M. M., also von etwas mehr als dem drit-
1) Durch die Vermehrung des Druckes wird der Schmelzpunkt des Eises nied riger, wie Thomsonbei seinen Versuchen über den Einfluss des Druckes auf den Gefrierpunkt des Wassers nachgewiesenhat. Fhil. Magaz. August 1850 p. 123. Es müssten also in Folge davon die Nullpunkte, an hohenPunkten untersucht, nicht zu niedrig, sondern etwas zu hoch erscheinen. Doch ist dieser Umstand fürdie obigen Thermometervergleichungen ganz ohne Einfluss. Erst bei einer Vermehrung des Druckesbis zu 8 Atmosphären beobachtete Thomson an einem sehr empfindlichen Schwefelätherthermometer eineErniedrigung des Gefrierpunktes um i'o° F- = fs° ^