UNKEGELMÄSSIGE VERHÄLTNISSE AN EINZELNEN TAGEN.
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(In Turin war während der Beobachtungsperiode vom 3. bis 10. Sept. noch einhöheres Maximum vorgekommen, nemlich 25,7 am 14. u. 15. Sept. Nachmittags.
Auch auf der Vincenthiitte stieg an diesen Tagen die Temperatur bedeutend,die mittlere Wärme um 2 Uhr war 3,9; jene am 14. Sept. 5,3, am 15. Sept. 0,4.)
Die kälteste Mittagsbeobachtung auf der Vincenthütte mit der entspre-chenden in Turin verglichen, ergiebt folgendes Verhältniss:
9. Sept. 12 h
Erhebungsquotient 022.
der Vincenthütte gleichzeitig, an der letzten Station war auch die Temperatur um
2 h noch 0,4° C., während sie in Turin bereits um 1,3 Grade gestiegen war (10,0° C.).
Die Vergleichung für denselben Tag um 2 Uhr würde demnach die Temperatur-abnahme um 1°C. bereits bei 500 P. F. ergeben.
Am unregelmässigsten werden die Verhältnisse, wenn Aenderungen in der Win-desrichtung eintreten.
Die Beobachtungen am Theodulpasse oder Matterjoch 10359 P. F.,am 27., 28. u. 29. Aug. 1851 bieten unter den vorliegenden Beobachtungen dasdeutlichste Beispiel dar.
Die Beobachtungen selbst nebst den gleichzeitigen auf dem St. Bernhard undin Turin sind oben S. 283 mitgetheilt.
In Turin war während dieser 3 Tage das Wetter ziemlich warm, die Windes-richtung anfangs westlich, dann nördlich. Oben war die Windesrichtung östlich,daun aber wurden südliche Winde vorherrschend, die zugleich mit ungeheurer Schnel-ligkeit sich bewegten. Dass schon des Abends in geringer Höhe über dem Passe derbald mit aller Heftigkeit sich herabsenkende Süd - Süd-Ostwind wehte, Hess sich anverschiedenen Umständen mit grosser Sicherheit erkennen. Die entscheidenstenw'aren die Bewegungen einzelner kleiner Wolken, etwas nach 6 h p. m. längs denFelsen des Breithorn und des kleinen Mont-Cervin. Besonders an dem letzteren wardie Erscheinung sehr deutlich, da seine dem Passe zugekehrte und zugleich den Strah-len der Nachmittagssonne exponirte Seite ziemlich schneefrei war.
Hier stiegen kleine Haufenwolken langsam, von einem nur noch schwachenaufsteigenden Luftstrome getragen, empor 1 , aber noch ehe sie das obere Dritteldes Ilornes erreicht hatten, c. 1200' über dem Passe, wurden sie von der S.S.O.-Strömung lebhaft nördlich getrieben und rasch aufgelöst. Auch das Aufwirbeln des
1) Dass dex* aufsteigende Luftstrom an Felsen von westlicher Exposition noch ziemlich spät desNachmittags sich bemerkbar macht, selbst zur Zeit, wo gleich gestaltete aber in der freien Atmosphäresich befindende Wolken bereits lebhaft sinken, kann man besonders in grossen Höhen an günstigen Lo-ealitäten oft beobachten.