7. BERECHNUNG DER TEMPERATUR IN DEN UMGEBUNGEN DES MONTE-ROSA. ‘}ß7
den Unterschied der Jahresmittel auch aus der Wärme der Quellen ableiten. Wennauch verschiedene Umstände bedingen, dass die Wärme der Quellen von jener der Luftabweicht, so lässt anderentheils die ziemlich gleichartige Bodengestaltung auf beidenAbdachungen des Monte-Rosa erwarten, dass der Unterschied der Qellenwärmeauf den beiden Abdachungen von dem entsprechenden Unterschiede der mittlerenJahrestemperatur wenig abweicht.
Folgende 4 Quellen können in dieser Beziehung sehr wohl unter sich verglichenwerden, da zugleich jede Gruppe 2 Quellen von verschiedener Exposition einschliesst 1 .
Nordabdachung:
Quelle.
Exposition.
Höhen.
Wärme,direct. Beob.
Reduc. auf5000'.
Täscll.
N.W.
W.
4560'
5310’
4,9 °C.4,5
Mittel
4,3° C.4,9
4,6
Südabdachung 2 .
Quelle.
Exposition.
Höhen.
W'ärmedirect. Beob.
Reduc. auf5000'.
Gressoney St. Jean.Bödemie.
O.S.O.
S.W.
4218’
5975’
5,7 °C.4,2
o
p
Mittel
5,1
Man kann demnach für den Unterschied der Nord- und Siidabdachuna' un"e-fahr einen halben Grad C. mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit annehmeu.
Auch die Unterschiede in den Vegetationsgrenzen scheinen diese Wärmediffe-renz zu bestätigen.
Man müsste demnach das Mittel aus Törbel und Saas , reducirt auf 5000' um
C. = 0,25 erhöhen, um das Mittel für die Basis des Monte-Rosa zu erhalten.
Es ist aber, wie bereits erwähnt, noch eine andere kleine Correction zu bestim-men, die davon abhängt, dass unter den 2 Beobachtungsstationen keine nach Nordenexponirt ist. Um auch solche Abhänge zu berücksichtigen, muss die Erhöhungetwas geringer als -j-0,25°C. angenommen werden.
1) Vergl. die Details der Beobachtungen, welche ich der Abhandlung meines Bruders entlehnte,Cap. IV. S. 214 u. 215.
2) Die Quelle bei der Scarpe-Alpe, in einer kalten, nach N.O. exponirten Dage (5579 F. 4,0°C.),konnte hier nicht wohl in das Mittel genommen werden, da es nicht möglich war eine Quelle in ent-sprechender Lage auf der nördlichen Seite der Monte-ltosa Gruppe mit ihr zu vergleichen.