Band 
[Textband.]
Seite
401
JPEG-Download
 

EINFLUSS DER TAGESZEIT AUF DAS BAROMETRISCHE IIÖIIENM ESSEN. 401

der periodische Temperaturfehler im allgemeinen während der Tagesperiode fast umdie Hälfte grösser, als die Unterschiede zwischen den mittleren Resultaten der Be-rechnungen nach den verschiedenen correspondirenden Stationen.

An hohen Orten scheint demnach der Fehler, welcher von der Temperatur,mittelbar also von der Beobachtungsstunde abhängt, an schönen Tagen grösser zusein als die Unterschiede, welche die mittleren Resultate nach verschiedenen Sta-tionen berechnet zeigen.

Der Unterschied der Höhenresultate für verschiedene Tage kann jedoch selbstan sehr hohen Orten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen grösser werden alsder Unterschied zwischen einzelnen Stunden des Tages unter den gewöhnlichen Um-ständen. Ausser den Unregelmässigkeiten in der Wärmevertheilung können die Hö-henresultate besonders durch verschieden gerichtete Luftströme, oder auch unregel-mässige Vertheilung der Feuchtigkeit und der damit zusammenhängenden Wolkenbil-dung u. s. w. sehr wesentlich verändert werden. Die Beobachtungen am TheodulpasseS. 42 bieten ein Beispiel für ähnliche Störungen.

Hier dürfte noch folgendes auffallende Verhältnis zu erwähnen sein. Berechnetman die relative Höhe eines Punktes, der nur wenig hoch ist, und zugleich in einerThalsohle liegt, so zeigt sich gewöhnlich der periodische Temperaturfehler kleinerals für einen sehr hohen Punkt, obwohl in dem ersteren Falle die beobachteten Luft-temperaturen von der Wärme der freien Atmosphäre in gleicher Höhe mehr abweichenmüssen als im zweiten. Dass dessenungeachtet für niedrige Punkte der periodischeFehler geringer ausfällt, scheint von folgenden Bedingungen abzuhängen: 1) Es ist,wie aus der Untersuchung der Formel selbst hervorging, der Temperaturfehler pro-protional dem Höhenunterschiede. 2) In dem hier betrachteten Falle, in welchemnämlich beide Stationen wenig hoch sind, ist auch jener Umstand günstig, dass dieLinie welche sie verbindet, nirgends sich sehr weit vom Boden entfernt, dass alsoin Folge davon das arithmetische Mittel der an beiden Stationen direct beobachtetenTemperaturen weniger von dem Mittel der Luftschichten längs der Verbindungslinieabweicht, als dies der Fall ist, wenn der eine Punkt bereits sehr hoch ist; dannwird die verbindendende Linie fast ganz durch die freie Atmosphäre gehen, undnur an den beiden Endpunkten, aber hier nur auf eine verhältnissmässg kurzeStrecke, dem Einflüsse der sogenannten Bodenatmosphäre zugänglich sein.

Um den Einfluss der Tageszeit auf die resultirenden Höhen zu untersuchen unddamit zugleich einige Betrachtungen über den Gang der Temperatur in der freienAtmosphäre zu verbinden, scheinen die Berechnungen der flöhe der Vincenthüttenach Mailand besonders geeignet. Ausser der bedeutenden relativen Höhe von mehrals 9000 Fuss, ist hier auch der Umstand günstig, dass die nach Mailand berech-nete Höhe dem allgemeinen Mittel am besten entspricht. Man kann demnach erwar-ten, hier ziemlich regelmässige Verhältnisse zu finden.

Die Berechnungen der Höhe nach den Beobachtungen von 0 Uhr Morgens bis

51