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BESTIMMUNG DER LUFTTEMPERATUR AUS BAROMETRISCHEN BEOBACHTUNGEN.

meinen windstillen Tagen eine leise Luftströmung hinreicht, den Stand des Ther-mometers sehr merklich und sehr plötzlich zu verändern, indem jetzt die in unmit-telbarer Berührung mit dem Boden erwärmte Luftschicht zum Theile weggedrängtund durch eine Luftmasse ersetzt wird, die bei Tage kälter, bei Nacht auch etwaswärmer ist als die erstere.

In den folgenden beiden Tabellen sind die Wärmeveränderungen der freien Luftzwischen Genf und dem St. Bernhard (Höhenunterschiede 2066 Meter) berechnet.Ich entlehne dieselben Plantamour’s Besinne etc. Die mittlere Feuchtigkeit wurdewährend der 24stündigen Periode für jeden Monat als unveränderlich angenommen,wodurch die Bechnung wesentlich vereinfacht wird. Diese Annahme ist für die hierberechneten Temperaturen ganz ohne Einfluss, weil die Feuchtigkeitscorrection selbstin den wärmsten Monaten, z. B. im Juli, nur einen Unterschied von ±1 Meter vomTagesmittel bedingt.

Die relative Feuchtigkeit (vollkommen gesättigt = 100) hatte in den einzelnenMonaten folgende Werthe ergeben:

Monatsmittel der relativen Feuchtigkeit zu Genf und am St. Bernhard,

Monat.

Genf .

St. Bernhard.

Monat.

Genf .

St. Bernhard.

Januar

87

83

Juli

66

79

Februar

79

78

August

70

81

März

76

75

September

76

83

April

74

74

October

83

84

Mai

71

73

November

81

83

Juni

74

79

December

87

85

Die Feuchtigkeitscorrection wurde aus der BESSEL’schen Tabelle 1 mit Berück-sichtigung der relativen Höhe und der Temperatur (hier die Monatsmittel 2 ) bestimmt,und nun aus der Barometerformel die Temperatur berechnet, welche dem constan-ten Höhenunterschiede von 2066 m weniger der monatlichen Feuchtigkeitscorrectionentsprach.

1) Yergl. Untersuchungen u. s. w. 1850. S. lßö.

2) Yergl. oben S. 318 bis 321.