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BEOBACHTUNGEN ÜBER OIE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.
CAP. XIII.
BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.
INHALT.
I. Bestimmungen der Wassermenge in Haufenwolken. 2. Beobachtungen überdie Höhe der Wolken. Beispiele einiger sehr hoher Gewitter- und Hagelwolken. 3. Tempera-turbestimmungen der atmosphärischen Niederschläge. 4. Eiskrystalle, die sich durchallmählige Condensation der atmosphärischen Feuchtigkeit bildeten.
1. Bestimmungen der Wassermenge in Haufenwolken.
Obwohl die Witterungsverhältnisse während unseres Aufenthaltes auf der Vin-centhütte im Allgemeinen sehr günstige gewesen sind, und besonders in den tieferenLagen, in Turin, Bern, Genf , stets geringe Bewölkungen angegeben waren, so be-wirkte doch die bedeutende Höhe dieses Beobachtungspunktes, dass wir uns Mit-tags gewöhnlich in der Region der Haufenwolken befanden. Mittags war die Luftgewöhnlich auch dann dem Sättigungsgrade sehr nahe, wenn wir die 'Wolken nichtin unserer unmittelbarsten Nähe hatten.
Wir benützten die Regelmässigkeit, mit welcher die Wolken sich zeigten, undsehr häufig mehrere Stunden fast ohne Unterbrechung uns in Nebel einhüllten,um durch directe Wägung die Wassermenge zu bestimmen, welche sie enthielten.Diese Wägungen wurden gleichzeitig mit jenen gemacht, die mein Bruder Adolphzur Bestimmung der Kohlensäure ausführte. Der Aspirator, die Wage und Ge-wichte waren dieselben, wie bereits Seite 176 angegeben. Durch diese Bestimmun-gen erhielten wir direct das Gewicht der gasförmig in der Atmosphäre verbreitetenFeuchtigkeit und jenes der Nebelmasse. Um die erstere allein zu bestimmen, wur-den gleichzeitig Psychrometer-Beobachtungen gemacht; sie sind in Versuch 4. u. 5.mit Wägungen bei nebelfreier Atmosphäre verglichen und stimmen, wenigstensfür die hier zu untersuchenden Verhältnisse, hinlänglich gut 1 .
Die Haufenwolken, welche sich an heiteren Sommer- und Herbsttagen über denEbenen bilden, scheinen nach diesen Wägungen verhältnissmässig nicht sehr viel
1) Vergl. Regnault’s sorgfältige Prüfung des Psychrometers, Institut 19. Juni 1853 und Annalesde Chimie. Ls zeigte sich bei diesen sehr genauen und sorgfältigen Untersuchungen, dass leider dasPsychrometer, besonders bei heftigen Winden u. s. w., nicht die vollkommenste Genauigkeit bietet.