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ÜBER EINIGE OPTISCHE ERSCHEINUNGEN HER ATMOSPHÄRE.

Die Durchsichtigkeit ist in den Morgenstunden stets grösser als Mittags, eswird also auch die Absorption durch die Atmosphäre geringer seiu, wenn eine be-stimmte Sonnenhöhe bereits um 9 Uhr Morgens erreicht ist; grösser hingegen, wenndieselbe Höhe erst gegen Mittag erreicht wird. Dieselbe Ursache bedingt zugleich,dass in den ersten Nachmittagsstunden, besonders zwischen 2 bis 4 Uhr, die chemi-sche Wirkung des Lichtes geringer ist als in den Vormittagsstunden, denen dieselbeSonnenhöhe entspricht. Die Beobachtungen Sciiall’s geben darüber keinen unmit-telbaren Aufschluss, da sie des Nachmittags im Schatten angestellt waren. Ichselbst versuchte jedoch im Frühling und Sommer 1853, durch wiederholte Beobach-tungen die Wirkung um 9 Uhr und uin 3 Uhr an möglichst günstigen Tagen zu ver-gleichen. Ich erhielt als Mittel:

Mittel verschiedener Beobachtungen bei 45° Sonnenhöhe.

um 9 Uhr 36°

„ 12 „ 38°

„ 3 „ 35°

Die günstigsten Tage für die chemische Wirkung des Lichtes am Mittage,ebenso für die Stärke der gleichzeitigen Insolation, und besonders für die Grösseder Durchsichtigkeit, sind, wie ich mich oft zu überzeugen Gelegenheit hatte, nurselten solche Tage, welche ganz frei von Wolken sind; gewöhnlich ist dann Mit-tags ein allgemeiner lichter Dunst verbreitet, der die Wirkung des Lichtes schwächt;Morgens ist sehr oft die Durchsichtigkeit auch bei ganz wolkenfreiem Himmel demMaximum sehr nahe; Mittags scheinen Tage mit Haufenwolken oder selbst grösse-ren, aber gut begrenzten Wolkenbildungen die günstigsten zu sein.

Ich benützte durch die Güte des Herrn Prof. I)ove die Aufzeichnungen desmeteorologischen Institutes für Berlin , um die Bewölkung mit der Intensität derchemischen Wirkung zu vergleichen; diese Beobachtungen waren zwar nicht um12 Uhr, sondern um 2 Uhr angestellt, können aber dessen ungeachtet zu einer an-nähernden Vergleichung dienen.

An denselben Tagen, an denen die oben Seite 484 angeführten Maxima jedesMonates beobachtet wurden, war der Zustand des Himmels unter 29 Fällen9 mal heiter,

12 „ halbheiter,

5 „ zeigten sich grössere Wolkenmassen.

Ich benützte zugleich Prof. Dove’s Tabellen, um die Monatsmittel der beobach-teten chemischen Wirkung mit Werthen zu vergleichen, die annähernd die mittlereBewölkung ausdrückten, indem ich für die Bezeichnungen des Journals: heiter, halb-heiter bis trübe und Regen, Zahlen von 0 bis 100 substituirte.

Die beiden Mittelwerthe sind in der folgenden Tabelle enthalten; ihre Verglei-chung ? wenn sie auch nur eine ganz oberflächliche sein kann, scheint doch zu zei-gen, dass der verhältnissmässig grosse Werth für den August wesentlich seinen