VEGETATION,SVEPJIÄLTNISSE UND PFLANZENGRENZEN.
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Die Höhe der Schneegrenze (deren Veränderungen wegen ihrer Beweglichkeitbesonders geeignet sind climatische Unterschiede hervortreten zu lassen) ist fürdie einzelnen Alpentheile speciell in der allgemeinen Tabelle Cap. XV angegeben.Ihre mittleren monatlichen Veränderungen sind am Fusse „der vergleichenden Dar-stellung“ Taf. XXII zugleich mit den monatlichen Veränderungen der Isothermenzusammengestellt i .
In den höchsten Theilen des Gebirges verringern sich, wie in dem meteorolo-gischen Theile dieser Untersuchungen gezeigt wurde, die Unterschiede in der Ver-theilung der Temperatur zwischen den einzelnen Alpengruppen, indem hier überalldie Gipfellagen vorherrschen. Die äusserste Phanerogamengrenze scheint sich daherauch in verschiedenen Alpengruppen bei nahezu gleichen Isothermen zu befinden.Es reichen einzelne phanerogamische Pflanzen, unter anderen 2 : Androsace glacialisund A. helvetica, Cerastium latifolium, Cherleria sedoides, Chrysanthemum alpi-num, Gentiana bavarica, Ranunculus glacialis, Saxifraga bryoides, S. oppositifolia,Silene acaulis u. s. w. u. s. w., sowohl in den östlichen als in den westlichen Cen-tralalpen im Mittel noch 2000 P. F. höher als die untere Grenze der Schneelinie.Das Gedeihen dieser kleinen Hochalpen - Pflanzen, welche sich nur sehr wenigüber den Boden erheben, scheint wesentlich mit den Temperaturverhältnissen deroberen Bodenschichten zusammenzuhängen 3 . Die bedeutende Erwärmung, welchedie Oberfläche der Felsen und des trockenen Schüttbodens unter dem Einflüsse derdirecten Besonnung zeigt, ist dabei wohl von besonderer Wichtigkeit. EinzelneFlechten, Decideen, Parmelien, Umbilicarien u. s. w. sind selbst auf den höchstenGipfeln der Alpen , bei mittleren Jahrestemperaturen von —12 bis —15° C. an her-vorragenden Felsen angeheftet, ohne eine Höhengrenze ihres Auftretens zu finden.
Periodische Erscheinungen in der Entwickelung der Pflanzen.
Indem eine Pflanze sich der Grenze ihres äussersten Vorkommens nähert, erlei-det sie viele wesentliche Veränderungen ihres Wachsthumes und ihrer Entwickelung.Der grosse Unterschied, welcher in der Zeit der Belaubung, Blüthenbildung undFruchtreife der Pflanzen in verschiedenen Höhen eintritt, verdient bei der Wich-tigkeit dieser Erscheinungen für den gesammten Lebensprocess, wohl in vorzügli-chem Grade unsere Aufmerksamkeit.
Wir waren früher 4 bemüht, eine Reihe von Beobachtungen über die periodi-schen Erscheinungen der Vegetation in verschiedenen Höhen zu sammeln und ihren
1) Yergl. auch Cap. XVIII über die mittlere Höhe der Gletscher.
2) Die specielle Aufziihluug der phanerogamischen Pflanzen, welche wir noch über der Schnee-grenze beobachtet haben , ist in Theil II Cap. VII dieses Buches und in Cap. XXI unserer früherenUntersuchungen mitgetheilt.
3) Vergl. die Bemerkungen Cap. VI.
4) In Cap. XIX unserer Untersuchungen u. s. w.
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