I. Die Honigbiene in der Lergregion.
Tas honigsiiße JmbeleinSich spalh und früh bemüht;
ES sitzt aus alle Vliimelein,
Verkostet alle Blüih'.
Sehr emsig fleuchts herummer,
Tragt ein mit großem Fleiß;
ES sucht den ganzen SuminerAuch für den Winter Speist!
(Aus einem alten Volksliede: Tas gaistlichVogelgesang.)
Wilde Bienen. — Tie gelbe Biene. — Bienenzucht. — Der edelste Seim. — SauresBienenleben.
Wer kennt und liebt nicht das wunderbare Volk der arbeitsamen Honig-bienen, deren sinn- und kunstreiche Geschäftigkeit und geordnete Haushaltung,deren Kämpfe und Züge, Familienleben und Verwandlungen im einzelnennoch nicht ganz begriffen, im ganzen aber als ein staunenswertes Leben vollInstinkt, Fleiß, Kunst und Ordnung schon lange von allen Freunden derNatur bewundert werden! Würden die Bienen das, was sie, von einemstätigen, zwingenden Naturtriebe geleitet, vollbringen, mit freier Einsicht undLiebe thun, so würden sie die oberste Stelle im ganzen Bereiche des Tier-lebens einnehmen; so aber bewundern wir in ihnen mehr die Weisheit derdurch sie sich bezeugenden Natur, als die so geleiteten Individuen. Toch auchso stehen diese neben gewissen Ameisenartcn auf einer hohen Stufe und zeigenwenigstens Spuren von freier Intelligenz und Unterscheidungsgabe, vonTemperament, Mut und Absichtlichkeit, die von den vortrefflich ausgebildetenSinnen des Geruchs, Gehörs, Geschmacks und Gesichts unterstützt werden.
Sie bewohnen fast nur als zahme, den Menschen begleitende, von ihmbeaufsichtigte und gepflegte Tiere unser Gebirge. Verliert sich auch oft einjunger Schwärm, der nicht rechtzeitig gefaßt worden, in die Wälder, so geht