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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Tie Bergregion.

beroch, über ihn hin- und hersetzte und ihm selbst nuf den Kopf sprang.Saßen wir bei Tische, so ging der Hase bald znm einen, bald zum andern,am liebsten zu den Kindern, richtete sich auf den Hinterläufen auf und trom-melte mit den Porderläufen rasch und anhaltend an dem Angebettelten, bis erseinen Bissen erhielt. Einem kleinen Mädchen folgte er überall hin, am liebstenaber zum Brotkorb. Geruch und Gesicht waren stumpf (einen hingeworfenenBissen fand er auf 60 ein Entfernung mit Not), und doch beschnüffelte eralles auf das eifrigste. Mit großer Hartnäckigkeit trommelte er an denverschlossenen Zimmerthüren und spazierte neugierig in den Gängen herum,um beim ersten verdächtigen Gerttusch schleunigst wieder ins Quartier zu eilen.Das Fell war so elektrisch, daß es im Tunkeln, nach der Haarlage gestrichen,sichtbare Fünkchen gab. Im Ställchen lag er öfters auf der Seite, wälzte sichbisweilen auf dem Rücken; in den Zimmern machte er alle AugenblickeMännchen und putzte sich fleißig, besonders sorgfältig auch die heruutcrgclcgtenLöffel. Eine eigentliche, persönliche Anhänglichkeit äußerte er selbst nachclfmonatigem Verkehr mit Menschen nicht; seine scheinbare Zutraulichkcitverdeckte die eigennützigen Absichten nur dürftig, und eine gewisse scheueFurchtsamkeit verließ ihn nie. Ta er durch sein Allcinscin augenscheinlich littund wiederholt seine Triebe per eüüsionem semiuis sehr lebhaft äußerte,setzten wir ihn endlich in Freiheit.

Tie beiden Geschlechter sind für den Unkundigen schwer zu unterscheiden.Der Rammler ist auf den Schultern etwas dunkler gefärbt, der Kopf schmaler,der ganze Bau gedrungener als beim Setzhasen. Bor dem Hunde steht erschneller auf und läuft rascher, schlägt dabei lebhafter und anhaltender mitdem Schwanzstummel (.Blume') auf und nieder als die Häsin, die zumal beigelindem Wetter in der Regel weit fester liegt.

Tie Hasen sind, wie man weiß, nächtliche Tiere. In der Morgen- undAbenddämmerung und in hellen Nächten verlassen sie ihr Lager, um aufgewohnten Wegen zu den Fnttcrplätzcn, Stoppel- und Saatfeldern, Wiesen,Baumgärtcn cc. zu wechseln. Während des Tages liegen sie still im Nesteund schlafen mit offenen Augen und aufgerichteten Qhren. Ihre Lager wechselnsie aber vielfältig nach Jahreszeit und Witterung. Bei Schnee- und Regen-wetter suchen sie trockene Qrte unter Felsen, in Gräben, in Wäldern undBüschen auf, ebenso in stürmischen Zeiten, wo sie übrigens gar nicht festliegenwollen; bei schönem Wetter bleiben sie am liebsten im offenen Felde. Fälltin den Wäldern bei eintretendem Tauwetter häufig Schnee von Bäumen undSträuchern, oder tropfen diese von starkem Regen, so fliehen die Hasen ebenfallsin freie Halden und aus Wiesen und Acker. Liegt tiefer Schnee, so kaun mansie überall antreffen, im Schutze der Steinbrüche, der Ställe, im Walde, imoffenen Felde in flüchtig aufgescharrter Höhlung oder auch ganz srci auf derharten Schneedecke wie, bis an die Schnauze vergraben, im weichen Schneeliegend. Bei sehr starkem Schueefall ermüden sie von den fortwährenden