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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Die Berg reg i on.

Bau, an dcr vorn ein doppelter Kngelzieher (.Schwcinschwanz') befestigt ist,bohren so das Tier an, ziehen es langsam heraus und schlagen es durch Hiebeauf die Schnauze tot. Jedenfalls ist dasselbe eine ziemlich einträgliche Beute.Das sehr feste Fell ist wasserdicht; das Fleisch, das dem des Schweines ähnelt,einen muffigen Erdgeschmack hat, aber, wenn es in fliehendem Wasser gelegen,eine vortreffliche Speise giebt, wird nicht überall gegessen; das Fett, das imHerbst oft drei Finger hoch auf dem Rücken liegt (2 >, 2 bisökA), wird inden Apotheken gut bezahlt.

Dieses sonderbare, etwa 75em lange, obcnhcr schwärzlichgraue, amBauche schwarze und an den Kopfseiten mit einer schwarzen Binde gezeichneteTier, das im Herbst bis gegen 18 leg schwer wird, hält sich gern in dcr Näheder Weinberge und Acker und am Saume dcr Wälder auf, steigt aber in denGebirgen dcr östlichen Schweiz bis über die Lanbwaldgrenze. Mit seinenstarken, krummen Krallen gräbt es sich leicht auf der Sonnenseite der Hügelseine bequeme Höhle, die es mit weichem Moos und Laub auspolstert undmit vier bis acht Ausgängen und Luftlöchern versieht. Hier lebt es nach dcrWeise seines stupiden, frostigen, trägen, scheuen, mißmutigen Naturells. DasWeibchen scheint in dcr Regel seinen eigenen Bau zu bewohnen. Indessenfehlt es über das geschlechtliche Leben dieser Tiere noch an sicheren Beob-achtungen. Bald scheint die Tächsin mit dem Dachs während der Ranzzeitstätig, bald nur temporär zusammen zu leben, und wiederum findet man auchlängere oder kürzere Zeit nach dem Wurfe beide Eltern mit den Jungenzusammen im Ban. Die Rvllzeit ist ebenfalls nicht sicher ansgemittelt undwird bald im Sktobcr, bald auf Ende Dezember angesetzt. Letztere Annahmedürfte für die montane und subalpine Region kaum zutreffen, und wir habenin dem tiefen Schnee, der um diese Zeit gewöhnlich im Gebirge liegt, überhauptnie eine Tachsfährte auffinden können. Die Jungen werden zu 35 Stuckim Februar oder März geworfen. Daß dies auch im Gebirge bei mehr als1300 m ü. M. der Fall ist, davon hat uns ein zu dieser Zeit aus dem Bauapporticrtes Junges handgreiflich überzeugt. Sie sind anfangs blind, glatt-nnd kurzbehaart, schiefergrau mit weißer Stirnblesse, bleiben oft ein Jahr langim mütterlichen Ban und sollen oft im nächsten Februar oder März rollen.

Die Dachse nähren sich zumeist von verschiedenen Pflanzenstoffen (Wurzeln,Kartoffeln, Rüben, Eicheln, Bucheckern, Beeren, Sbst, Pilzen), verschmähenaber auch Schlangen, Mäuse, Heuschrecken, Schnecken nicht und wühlen sichmit der scharfbekrallten Vorderpfote kegelförmige Löcher im weichen Waldbodcnaus, um Würmer, Maden, Puppen und Käfer zu fangen. Vogcleier sind ihnenein besonderer Leckerbissen; ein im Juni geöffneter Tachsmagcn war mit Restenvon Eiern und jungen, aus der Erde ausgebrüteten Vögeln vollgepfropft.Giftige Stiern, deren Biß ihnen nicht im geringsten schadet, verschlingen siemit Behagen. Den Weinbergen sind sie im Herbst gefährlich; sie hauen dietraubenschwcren Bogcnzweige, die sie erreichen können, ohne Umstände mit dcr