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Das Tierleben der Alpenwelt : Naturansichten und Tierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge / von Friedrich von Tschudi ; illustriert von E. Rittmeyer und W. Georgy ; herausgegeben von C. Keller
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Tie Alpcnregion.

Lawinen und Eisbrüche die Stämme fortwährend zersplittern, die Rindelosreißen und die Äste knicken, und wie so viele ärmliche Waldtriimmer imMaien-, Madcranerthal, Dessin und Wallis . Sft hängt es auch an einergewissen Lokalität, hauptsächlich auch an der Stellung, die sie zu gewissenscharfeinsallenden Winden einnimmt, daß ganze Waldstriche nicht sortwachsenwollen. Wir kennen solche, die seit 6070 Jahren nicht über 1.> m hochgeworden sind, während in ihrer Nachbarschaft schöner Hochwuchs steht.

Das Lanbholz tritt frühe ganz zurück, wird aber in vielen Gegendendurch die den Alpen eigentümliche Nadelholzform der Zirbelkiefer und durchgroße Lärchenschlägc ersetzt. Tie Größe der Bäume nimmt nach der Höhebis zur Baumgrenze im allgemeinen nicht merklich ab; die obersten Hoch-tannen messen immer noch 1518 in; doch verraten sie einen gedrängteren,konischen Ban und hängen die Äste mehr abwärts, ja es giebt häufig solchemit gerade herunterhängenden Zweigen nach Art der sog. Trauerbäume. Sehrselten gehen sie aus geneigten Flüchen ganz senkrecht vom Wnrzelstocke aus indie Höhe. Die dichte, schwere Schneedecke, oft Ihr 2>/a in tief, drückt dasjunge Bäumchen abwärts, besonders an steilen Gehängen, wo sie in einerniedergleitendcn Bewegung ist, und die Pflanze gewinnt erst, wenn sie diesemSchneedrnck entwachsen ist, den geraden Wuchs. Höher oben treten die Zwerg-formen auf und einzelne alte Arven, Lärchen und Rottannen von ungeheurerGröße stehen noch hoch und einsam wie trauernd im Krüppelholz. TieSchwarzwälder auf der Schattenseite des Alpcnrückens haben häufig schonbei 1400 m ü. M. ein steriles, kümmerliches und kränkliches Ansehen, indemihnen die üppige Bekleidung des buschigen Unterholzes fehlt und viele Stämmeganz übermoost, andere dürr und zerbrochen dastehen. Eine ausgezeichneteErscheinung bilden in den meisten Wäldern die gewaltigen Wettertannen,im Waadtlande ,Gogants° genannt, deren wie zum Schutz abwärts geneigteAste schon 2 m über dem Boden beginnen und bis zum Gipfel eine schöne,dichte, schwarzgrüne Pyramide bilden. Ellenlange, meergrüne Bartflechten,die letzte Zuflucht der hungrigen Gemsen im schneereichstcn Winter, triefenvon den schweren Ästen herab. Gar häufig sind ihre Gipfel vom Blitz zer-schmettert und der Stamm zerrissen; aber die gewaltigsten Äste richten sichselbständig ivie eigene Bäume um den morschen Mutterstamm aus. Ziegen,Schafe, Kühe, Hasen, Hühner und Menschen suchen unter ihnen Schutz vorPlatzregen und Schneegestöber. Tie wilde Katze lauert gern in ihrem dichtenGezweig. In ihren Wurzeln grübt der Fuchs seinen Bau, hat der Bär seineHöhle; an ihrem rissigen Stamme hämmert der dreizehige Specht und meißelthühncreigroße Löcher aus; in ihremNadelmeere birgt sich dieNingamsel undder Birkhahn, glicht selten erreichen Wcttertannen eine Höhe von 30 bis40 m und halten noch 60 ein über dem Boden 1IL /2 in im Durchmesser.Das Volk hat große Pietät gegen sie, und in manchen Gebirgen stehensie unter dem ausdrücklichen Schutze des Gesetzes. Der Blitz treffe sie nie,