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Magellan theilte seine Pläne und Ansichten über einesüdwestliche Durchfahrt, die er auf einer Karte des 3ie-haiin verzeichnet gesehen zu haben glaubte, zu Vallado-lid mit, iin Jahre 1517.
In dieser langen Reihe von Entdeckungen, welcheuns von der Mündung des Orenoko bis zu der des Rio de la Plata führt, fällt der Tod des Martin Bchaiin mitden grofsen Rüstungen zusammen, welche der spanischeIlof vorbereitete, um gegen Süden die Durchfahrt zu demGewürzlandc aufzusuchen, uud von denen die Expedi-tion des Pinzon und Solis nach dem Rio Colorado im4U° s. Br. (im Jahre 1508) eins der wichtigsten Ergeb-nisse war. ln der Erdkunde, wie in der Geschichte, ste-hen Thatsachen und Meinungen in gegenseitiger Wech-selbeziehung und gehen zuletzt in einander über. DieseWechselbeziehung oder dieser gegenseitige Einflufs wirddurch den Charakter des Jahrhunderts, die herrschendenInteressen und das Ansehn einzelner hervorragender Män-ner bedingt und verändert. Der Lauf des Niger und dieLage jener afrikanischen Stadt (Tombuctu), deren jetzi-ges Elend in grellem Widerspruche mit ihrem ehemali-gen Glanze und ihrer Wichtigkeit als Handelsstadt steht,stellt uns, auf dem Gebiete der geographischen Forschun-gen, ein merkwürdiges Beispiel jener Schwankungen zwi-schen Hypothesen und unvollständig erkannten Thatsa-chen auf. Eine Entdeckung, welche die Geistesthätig-keit anregt und in Anspruch nimmt, übt auf die Meinun-gen einen thatkräftigen Einflufs aus, und die augenblick-lich herrschende Ansicht pflegt den Unternehmungen zurSee eine eigenthümliche Richtung zu geben. Selbstdann, wenn die Ergebnisse neuer Forschungen die imvoraus geschmiedeten Hypothesen nicht bestätigen, beeiltinan sich dennoch, letztere auf den Karten zu vcrzcich-