Band 
Erster Band.
Seite
412
JPEG-Download
 

412

eine deutliche Ahnung von ihrer Existenz zu hegen be-gann. Die Identität der beiden Inseln Antillia und derSieben Städte findet sich deutlich festgestellt blofs ineiner Anmerkung, welche der von Martin Behaim imJahre 1492 angefertigte Globus darbietet, so wie in fol-genden Worten aus dem Briefe des Toscanelli au denportugiesischen Kanonikus Martinez:Die Insel An-tillia, welche Ihr die der Sieben Städte nennt.

Man könnte annehmen, dafs diese Worte in Spanien fürnichts anderes als für ein Scholion gehalten worden sind *), 'welches Ulloa in die italienische Uebersetzung der Vidadel Almirante von Fernando Colon eingeschoben hat,da sie von Barcia und Navarrete, welche den Brief ineiner spanischen Uebersetzung bekannt gemacht haben,weggelassen worden sind. Bei jedem Mythus mufs mansorgfältig den Zeitpunkt unterscheiden, welchen ihm derStempel der Geschichte aufgedrückt hat, und die Epocheseines Ursprungs. Wenn es wahr ist, dafs zu Anfangdes achten Jahrhunderts nach der Uebergabe von Me-rida unter Sacaru, Anführer der Gothen,Flüchtlingesich eingeschifft haben, um eine Freistatt fern von ihrem

*) Der Biograph des Toscanelli, der Abt Xiraencs, thcilt (de/ Cr/10-mone Fior 1757, p. LXXIX und XCIV) den Brief des FlorentinerAstronomen nach der ersten vcnctianisclien Uebersetzung der J ida delAlmirante mit, welche im Jahre 1571 von Alfonso Ulloa angelertigtworden ist. Die betreffenden Worte lauten:Dali' Isola di Antilia yche voi ckiamate di Sette Citta , della quäle havete no -titidj fino a Cipango sono dieci spatii Die gesperrt gedrucktenWorte fehlen in der spanischen Ausgabe des Katarrete (Tom. II,p. 3) und selbst in der, welche durch Gonzales liarcia ( Histo -riadores primitivos de las Indias occiden(alcs y Tom. I, p. 6) nach demitaliänischcn Texte gemacht worden ist. Wir haben schon oben be-merkt, dafs das ursprüngliche lateinische Original, nach welchem Fer­ dinand Columbus die erste spanische Ueberselzung des Briefes von Tos­ canelli angefertigt hat, bis jetzt nicht nufgeftmden worden ist. Mit ei-ner genauen Kcnntnifs der spanischen Sprache ist man leicht im Stande,die Fehler der italiänischcn Uebersetzung zu errathen, welche ich mitUnrecht oben (S. 199, Anm.) dem Abt Ximcnce zugcschncbeu habe.

\