Band 
Erster Band.
Seite
445
JPEG-Download
 

445

Durchsicht der Reisetagebücher und Briefe des Colum-bus habe ich die Benennung palo (Holz) de Brasil nichtein einziges Mal gefunden; jedoch ist es ausgemacht, dafsseit dem Jahre 1495, mithin geraume Zeit vor der Ent-deckung der Terra Sancfae Crucis, welche jetzt denNamen Brasilien führt, eine Cacsalpinie der Insel Do-mingo (Caesalpinia brasilicnsis) für die ostindische bra -xilis oder das bakkain der arabischen Kaufleute gehal-ten worden ist. Anghicra erzählt in dem vierten Buchder ersten Decade (p. 11) seiner Oceanica , dafs manauf der zweiten Reise des Columbus zu Haiti gefundenhabe: ,, sylvas immensas, quae arbores tiullas nulriebantalias praeterquam coccineas, quarum lignam mercaloresItali verzinum, Bispani brasilum appellant. il Aufder dritten Reise des Columbus * *) lud man an der Küstevon Paria dreitausend Pfund Brasil ein,welches dasvon Haiti an Güte übertraf**). Vincente Yanez Pin-zon, von dessen Reisebeschreibung Grynäus ein Bruch-stück aufbewahrt hat, nennt im Jahre 1499 dieses zu Pa-ria (Payra) gesehene BrasilienholzWälder von rothemSandei. In demselben Mafse, wie die Entdeckungenim Süden des Vorgebirges St. Augustin eine weitere Aus-dehnung erlangten, besonders seitdem Pedro Alvarez Ca-bral im Mai 1500 von der Terra Sta. Cruz Besitz ge-nommen hatte, wurde der Handel mit dem rothen Holzedes amerikanischen Festlandes lebhafter. Auf der vier-ten Fahrt des Vespucci, auf der eins der Schiffe an denKlippen, welche die Insel Fernando de Norona umgeben,verloren ging, nahm man im Jahre 1504 nahe bei derBahia de todos Santos eine Ladung von Brasilienholz

so würde hradschita das Adjektiv von brädsch sein und leuchtendbedeuten. Jedoch findet sich die letztere l'orm nicht bei Wilson.

*) Dec. I, lib. 9, p. 21.

**) Aor. Orbis, 1532, p. 120.