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dem Finger gen Westen zeigenden Reiterstalue an, wel-che die Portugiesen auf der Insel Corvo gefunden ha-ben sollen. Siiimntliche Werke, die von der Enldek-kung Amerika’s handeln, selbst die allergcwühnlichstenKinderbücher, wiederholen jene Sage, ohne irgend eineportugiesische oder spanische Geschichtsurkunde nahmhaftzu machen, in welcher derselben gedacht würde. Ich habevergeblich dieses „Schiffermährchen“ in den Geschicht-schreibern der Conquista gesucht, die mit der gröfstenUmständlichkeit alle Arten von Andeutungen besprechen,welche den Columbus nach den Weslländern hätten lei-ten können. Martin Behaim , der geraume Zeit hindurchauf den Azoren in dem Hause seines SchwiegervatersJobst von Hürter gelebt hatte, gedenkt ihrer nicht aufseiner Erdkugel. Barros spricht davon eben so wenigwie Grvnäus (1532), Sebastian Münster (1550), Ortelius (1570) und Andre Thevct (1575). Das Stillschweigendes letzteren scheint mir um so auffallender, da er selbst(wie wir sogleich sehen werden) auf der Insel San-Mi-guel eine Inschrift gefunden hatte, von der er glaubt,dafs sie von „dem Volke aus Judäa “ geschrieben wor-den sei. Erst vor kurzem hat der berühmte BotanikerLink mir eine Stelle aus der Historia del Reyno de Por-tugal jior Manuel de Paria y Sousa *) nachgewiesen,in der jene Sage von einer Reiterstatue auf die umständ-lichste Weise berichtet wird. „Auf den Azoren fand manauf dem Gipfel eines Gebirges, welches man Rer g desRaben nannte, die Statue eines Mannes zu Pferde, ohneSattel, mit entblöfstem Haupte, die linke Hand auf dieMähne des Pferdes aufgelegt, die Rechte gegen Westenausgestreckt (gleichsam um dorthinzudeuten, senalando