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Erster Band.
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berichteten, dafs das Meer bei starkem Westwinde, be-sonders an den Inseln Graciosa und Fnyal, Fichtenstämmevon einer unbekannten Art auswerfe. Einige fügten zudiesen Anzeigen noch die hinzu, dafs man eines Tagesan dem Strande der Insel Flores zwei männliche Leich-name gefunden habe, deren Gesichts- und Körperbil-dung gänzlich von der unserer Küstenbewohner abwei-chend gewesen. (Herren» nennt sie, vielleicht auf dieGewährleistung der Handschriften des Las Gasas, Leich-name mit breitem Gesichte, die keine Aehnlichkeit mitChristen hatten.) C.olumbus erfuhr auch von den Be-wohnern des Cap de la Verga *),dafs sie almatlinttoder Barken gesehen, die mit einer Menschengattung be-mannt gewesen, von der man zuvor nie habe redenhören.

Die Versetzung dieser Gegenstände (Bambusrohre,Fichtenstämme, männlicher Leichname und Kähne mit le-benden Menschen), welche von dem Meere an den Strandder Azorischen Inseln geworfen wurden, ward, wie manaus der eben angeführten, von mir wörtlich übersetztenStelle ersieht, der Wirkung der Westwinde zugeschrie-ben. Diese Erklärung ist indessen keinesweges genügend,da sie nicht auf hinreichend beobachteten Thatsachen be-ruht; denn die wahre Ursache solcher Versetzungen **)ist in dem grofsen Strome warmen Wassers zu suchen,der unter dem Namen Gulf-Slream oder Florida - Streambekannt ist. Die West- und Nordwestwinde können kei-nen anderen Einflufs ausüben, als die mittlere Geschwin-digkeit dieses Meeresstroms zu vermehren, seine Wir-kung gegen Osten hin bis zuin Meerbusen von Biscaya

*) Ohne Zweifel ein Vorgebirge auf den Azorischen Inseln; dennHerrera sagt, dafs diese almadtat con casa movediZa que nunca tekünden (welche niemals zu Grunde gehen können) venian a parar enlas islat Azoret.

**) Relation historique, Tom. I, p. 71.