Band 
Erster Band.
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die Meercsstrüme, welche mit den etwas unbestimmtenBenennungen Gulf-Hlream, Aequatorialslrom, Strömun-gen des Golfs von Guiuca, der Küsten von Brasilien und

Abhandlung des Sir Tlumfry Gilbertüber die Möglichkeit einer nord-westlichen Durchfahrt nach Calhay und Ostindien auscinandergesetzt;einer Abhandlung, die während des Zeitraumes von 1567 bis 1576 ge-schrieben sein mufs, da sic der Welttalcl des Ortelius gedenkt.Dadie Gewässer des Meeres, heifst es dann, kreisförmig von Osten nachWesten strömen, indem sic der täglichen Bewegung des primum mobile[des Himmels oder der Fixsternsphäre im Sinne der aristotelisch-scholas-tischen Philosophie j folgen, so haben die Portugiesen auf ilircr Ucber-fahrt von dem Vorgebirge der Guten Hoffnung nach Calicut viel initder Schwierigkeit zu kämpfen, nach Osten vorzudringen; auch weidendie Gewässer, welche aus dem Indischen Meere im Süden von Afrika kom-men, wegen der geringen Breite der Magcllanstrafsc gezwungen, die Ost-küsten von Amerika entlang bis zum Kap Freddo vorzudringen, welcherWeg mehr als 480 Seemeilen beträgt. ( Uakluyt , Joyage.s etc.,Vol. 111, p. 14.) Der Name dieses Vorgebirges rührt ohne Zweifel vonder Fahrt des Sebastian Cabot im Jahre 1517 her, auf der er bis zu67°^ n. Br. vordrang und die Hudsonsbai 90 Jahre vor der ersten HeiseHudson 1 « entdeckte ( Itöem. of Sebastian Cabot , p. 29, 118; PatrickFraser Tytler , Discov. of the Northern Caosts of Amer., p. 41).Sir llumfry Gilbert erwähnt dieses Kap Frio noch an einer zweitenStelle und verlegt cs unter 62° n. Br. Grönland gegenüber. {Hakluyt,Tom. III, p. 23.) Es ist fast überflüssig, bei Anführung dieser merk-würdigen Stelle zu bemerken, dafs der Strom,welcher an den Ostkü-sten von Amerika hinaufströint, nicht den gesammten Baum von derMagellanstralse bis zum Parallel von 62° n. Br. umläfst. Der Stromvon Brasilien , zwischen Bahia und dem Bio de la Plata, fuhrt nach Sund dieselbe Hichlung der Wassermassen findet sich auch im Nordenvon Neufundland an den Küsten von Labrador. Bei der Ueberfahrtdes Diego Gareia von den Inseln des Grünen \ orgebirges nach dem Kapdes Heil. Augustin im Jahre 1526, schrieb man die nach NW führendeStrömung (den North West equatorial Strcani nach Bennell), zwi-schen 5° s. Br. und 10° n. Br., dem durch die Mündung der ungeheu-ren Flüsse an der Küste von Guinea gegebenen Impulse zu ( Herr er a,Dec. III, üb. 10, cap. 1 ); eine gänzlich verfehlte Erklärung, die jedochnoch in unseren Tagen häufig auf die Strömungen in der Nahe der Mün-dungen des Rio de la Plata , Maraüon und Orcnoko angewendet wordenist, welche ohne Zweifel gleichfalls von entfernter liegenden und allge-meineren Ursachen herrühren.