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Erster Band.
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gftan bei den Kalmücken. Bei letzterem Volk heifst dieButtermilch us.tun (im Mongolischen .tu), die saure Kuh-milch airak, der erste aus der Destillation der Milch er-haltene Branntwein arki, der zweite dang, der drittearza (mongolisch urdjan)', der vierte k/iorlsä , der fünfteschinglsd, der sechste dingtsd. So grofs ist der Hangzu geistigen Getränken, dal's man die Milch sechs De-stillationen nach einander unterwirft. Das Wort ariki(welches die Mandschu in arki verwandeln) hat ohneZweifel denselben Ursprung mit arak, dem Namen desReisbranntweins hei den südlichen Asiaten. Ich hin aufdiese kleinlich scheinenden Einzelheiten eingegangen, weildie Ansicht, dafs die Bereitung destillirter Stutenmilchvom höchsten Alter unter den nomadischen Völkern sei,in Europa fast allgemein verbreitet ist und weil der Ur-sprung der Destillation, welcher bald den Arabern, bald(und vielleicht mit grüfserem Rechte) den Hindus undChinesen zugesehrieben wird, das lebendigste Interessefür diejenigen darbietet, welche die ersten Spuren unse-rer chemischen Processe aufzusuchen bemüht sind, seics in dem Siidosten Asiens , sei es, seit dem Zeitalterdes Hadrian , in jenem Gemisch von Griechen und Orienta-len, welche in Alexandrien zusammenströmten. Die wirk-liche Chemie beginnt erst mit dem Zeitpunkte, wo derMensch sich die mineralischen Säuren zu verschaffenweits, die mächtigen Hülfsmittel zur Zerlegung von Mo-lecular - Gruppen. Aber diese Säuren sind sämmtlichnur durch Destillation zu erlangen, mit einziger Aus-nahme der Schwefelsäure, welche siebenhundert Jahrevor Basilius Valentinus , dem Benediktinermönche zu Er­ furt , schon der arabische Chemiker Geber (Dsjeber,eigentlich Abu Mussah Dsjafer) ebenfalls durch De-stillation aus dem Schwefelsäuren Eisen erhielt, welcheaber durch ein ziemlich verwickeltes Verfahren durchbloise Verbrennung aus einem Gemenge von Schwe-fel und salpetersaurem Kali dargestellt werden kann. In