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Zwölf Ansichten der neuen St. Gotthards-Strasse / gezeichnet und gestochen von M. Kälin ; mit einer Einleitung und erklärenden Beschreibungen von Lusser
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abgewogen und verkauft werden, rnd wo zugleich die Wohnungen für die Standesläufer und die Gefängnisse sind, die Sust,das vom Flecken etwas entfernte, auf dem Schächengrund gelegene Zeughaus, welches ehedem ein Kornmagazin gewesen, undwo jetzt nebst verschiedenen Waffen einige Panner, die in den alten Schlachten für die Freyheit geweht haben, als Heilig-tlnimer aufbewahrt werden. Das von dem heiligen Garolo Borromaeo gestiftete und von Privaten, vorzüglich der Familie zmnBrunnen, begabte Spital für arme Reisende. Mitten im Flecken steht"ein bemalter Thurm, der schon vor Teils Zeiten daselbstgestanden, unfern von demselben stund die Linde, woran Teils Knabe gebunden war, an welchem Platz nun ein steinernerBrunnen mit der Bildsäule des Dorfvogts Emanuel Beslers steht, der denselben nach Abgang der Linde im Jahr 1567 aufeigene Kosten erbauen liess; hundert Schritte davon steht der Tellenbrunnen mit der Bildsäule Teils, ungefähr an der Stelle,wo dieser stand, als er den gewagten Schuss thun musste. In Altdorf befinden sich auch zwey Klöster, ein Nonnenkloster,

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und ein Kapuzinerkloster, letzteres hat eine ordentliche Bibliothek, es ist das älteste dieses Ordens in der Eidsgenossenschaft,von Herrn Ritter und Oberst Walther von Roll aus Altdorf, gestiftet und 1581 erbaut. Es hat eine herrliche Lage mit einerreizenden Aussicht, welche man noch schöner von dem daneben liegenden Landhäuschen Waldeck geniessen kann, welches denReisenden von dem gefälligen Besitzer, Herrn Altfürsprech Muheim, mit Vergnügen geöffnet wird.

Die Einwohner Altdorfs nähren sich theils von Landbau, theils von Viehzucht, theils von der starken Durchfuhr von und nachItalien , von Wirthschaft und Gewerb. Grösserer Handel ausser mit Käse und Holz wird nicht getrieben, und Manufactnrensind noch keine errichtet. Früher gewährte die Wollenspinnerey und Seidenkammerey vielen Armen Unterhalt, jetzt ist dieserErwerbszweig nicht bedeutend. Dass Altdorf nicht zu den wohlhabenden Orten gehöre, ist leicht wahrzunehmen, nicht nur derHang der ärinern Volksklasse zur Liederlichkeit und Betteley, und die ungehinderte Freiheit, dass sich alles Gesindel und alle verarmtenLandleute aus dem ganzen Canton in Altdorf niederlassen können, ist Schuld daran, sondern auch unverschuldetes Unglück. Zudem schrecklichen Brand im Jahr 1799 gesellte sich noch der Krieg. Drey Mahle wurden die Franzosen aus dem verödetenabgebrannten Altdorf verdrängt, zuerst von dem Landvolk, dann von den Oestreichern, und endlich von den Russen, unddreyinahl wurde dieser Ort von den Franzosen wieder mit Gewalt genommen; was die durch den Brand veruunglückten in wenige